Berlin : Achtjähriger Skater auf dem Schulhof tödlich verunglückt

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Auf einem Weddinger Schulhof ist gestern früh ein achtjähriger Junge mit seinen Inlineskates tödlich verunglückt. Ob der Junge wegen eines Gehirnschlages stürzte, oder ob er sich bei dem Sturz unter Umständen innere Verletzungen oder einen Gefäßriss zuzog, blieb gestern ungeklärt. Nach Angaben der Feuerwehr hält der Notarzt allerdings einen vorherigen Gehirnschlag für wahrscheinlich. Die Beule am Kopf des Jungen sei eigentlich unbedeutend, sagte ein Feuerwehrsprecher.

Der kleine Weddinger rollte nach Angaben von Baustadtrat Bernd Schimmler mit seinen Skates auf dem Hof der Möwensee-Grundschule auf seine ältere Schwester zu. Dabei habe er ihr noch zugerufen, dass ihm schlecht werde. Dann sei er ohne jede Fremdeinwirkung hingefallen. Die um 7.49 Uhr alarmierte Feuerwehr konnte dem Kind nicht mehr helfen, die Reanimation durch einen Notarzt wirkte nicht mehr. Nach einer Stunde musste der Notarzt den Tod des Kindes feststellen. Einen Sturzhelm hatte das Kind nicht auf.

Die Möwensee-Schule hatte ihren Hof geöffnet, weil dort auch in den Ferien Kinder ganztägig betreut wurden. Stadtrat Schimmler sagte, dass sich an diesem Montag 18 Kinder in der Grundschule an der Afrikanischen Straße angemeldet hatten, die von insgesamt vier Erziehern und Erzieherinnen betreut wurden. Schimmler betonte, dass die Erzieherin "hervorragend reagiert" habe, indem sie den Jungen zunächst in die richtige Lage brachte und sofort die Feuerwehr rufen ließ. Da die 35-jährige Betreuerin wusste, dass der Schüler unter Asthma litt, setzte sie sofort das Spray des Jungen ein. Auch dies war erfolglos.

Feuerwehr und Bezirk betonten gestern, dass der Junge nicht auf einer speziellen Skater-Anlage stürzte, wie eine Nachrichtenagentur behauptete, sondern auf einem völlig ebenen Schulhof. Die Unfallursache muss nun die Gerichtsmedizin klären.

Vor einem Jahr war ein Mädchen ebenfalls in Wedding mit ihren Rollschuhen unter einen rechtsabbiegenden Lastwagen geraten und schwer verletzt worden. Ihre Freundin, die mit ihr gemeinsam bei grünem Ampellicht über die Kreuzung gelaufen war, starb noch an der Unfallstelle. Auch bei den beiden spektakulären Unfällen am Ostermontag dieses Jahres waren die Skater jeweils mit Fahrzeugen kollidiert. Ein 18-Jähriger wurde getötet, als er bei "Rot" die Karl-Liebknecht-Straße in Mitte überquerte; eine Zehnjährige wurde in Marzahn schwer verletzt, als sie ein Pkw erfasste.

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