Berlin : Achtzehn OP-Säle unter einem Dach Richtfest für Berlins größten Klinikneubau

Ingo Bach

Einer der größten Klinikneubauten Europas nimmt derzeit am nordöstlichen Rand Berlins Gestalt an. Gestern feierte der private Klinikkonzern Helios das Richtfest für ein 1000-Bettenhaus in Buch. Mit 270 Metern Länge und bis zu 150 Metern Breite bedeckt der vierstöckige Bau die Fläche von vier Fußballfeldern. In das Projekt investiert der Konzern rund 200 Millionen Euro – „ohne einen einzigen Cent staatliche Förderung“, sagt Ralf Michels, Hauptgeschäftsführer von Helios. Das Gebäude soll Ende 2006 fertig sein, Anfang 2007 ziehen dann die meisten Abteilungen aus den 130 teilweise unter Denkmalschutz stehenden Altbauten des weitverzweigten Bucher Klinikareals in den Neubau. Durch die Konzentration auf ein Haus werde der Personalbedarf sinken, sagt Michels. Aber: „Eine große Entlassungswelle wird es nicht geben.“ Auch wenn Ende dieses Jahres das beim Kauf der Kliniken 2001 vereinbarte Verbot betriebsbedingter Kündigungen ausläuft. Seitdem hat Helios in Buch das Personal sozialverträglich um rund 700 Mitarbeiter reduziert und 300 weitere in ausgelagerten Servicebereichen untergebracht. Derzeit beschäftige man 2100 Mitarbeiter, sagt der Klinik-Verwaltungsleiter Jörg Reschke.

In dem neuen Krankenhaus werden unter anderem 18 Operationssäle zur Verfügung stehen, drei Kreißsäle – und eine Station für solvente Privatpatienten, deren Gestaltung über Hotelstandard hinausgehe, sagt Reschke. Insgesamt 44 Betten sollen in großzügigen, mit Eichenparkett ausgelegten Zimmern Platz finden. Aber auch den Normalpatienten will Helios ordentlichen Hotelstandard bieten. Ihre Zimmer sind in warmen Gelb- und Brauntönen gehalten. Jährlich versorgen die Bucher Kliniken 40 000 Kranke stationär und 180 000 ambulant.

Auch im Südwesten Berlins investiert Helios. In Zehlendorf kaufte der Konzern vor einem Jahr die Zentralklinik Emil von Behring und holt 2006 für rund 20 Millionen Euro die Lungenklinik Heckeshorn vom Wannsee in das Haupthaus.

Dadurch wurde Berlin zum wichtigsten Standort des Konzerns, der seit der Vereinigung mit der Krankenhaussparte von Fresenius im Oktober 55 Kliniken umfasst. Aus diesem Grund wird Helios seine Zentrale 2007 von Fulda nach Buch in die Altbauten verlegen. Die Sanierung der Gebäude soll nach Tagesspiegel-Informationen 40 Millionen Euro kosten. 20 Prozent davon hat Helios als Fördergeld beim Senat beantragt.

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