Berlin : Action im Wohnzimmer, Teil II

Prozess um zerstörte Villa und Hollywood-Star Steven Seagal vor höherer Instanz

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Nein, Steven Seagal ist nicht eigens angereist. Er lässt sich von seinem deutschen Anwalt vertreten – auch in Sachen Coolness. „Es geht um viele, viele Dollars“, knurrt Andreas Schulz auf dem Gerichtsflur. Der Anwalt setzt eine Pause, lächelt dünn in die Runde. „Davon könnte man die Villa kaufen.“

Die Villa, genauer: das Palais Parkschloß, steht Am Sandwerder 21. Die Besitzerin hatte dem Schauspieler Ende 2001 ihr LuxusAnwesen für 30 000 Euro im Monat überlassen, als in Berlin gerade der Action-Film „Half Past dead“ (deutsch: „Halbtot“) gedreht wurde. Laut Hausbesitzerin soll nach Drehende aber auch ihr Anwesen halbtot gewesen sein: Vor dem Berliner Kammergericht machte sie rund 170 000 Euro Schadensersatz geltend: für das ramponierte Parkett, den zerschundenen Marmor, die Stühle ohne Beine … Mit der hohen Rechnung hat das Kammergericht aber seine Probleme: „Die Klägerin stellt da sehr hohe Ansprüche“, sagte der Richter. Er schlug den Parteien deshalb vor, sich auf eine Zahlung von bis zu 30 000 Euro zu einigen – was der Anwalt der Villenbesitzerin postwendend ablehnte. Beim nächsten Termin vorm Kammergericht muss die Frau also mit Zeugen, Fotos und Protokollen beweisen, dass es tatsächlich der Mieter Seagal war, der die Villa so herunterkommen ließ.

Im ersten Prozess vor dem Landgericht im Sommer 2003 hatte noch der Schauspieler Recht bekommen. Doch Seagal ist ein Action-Held mit besonders weichem Kern. Er hat jedenfalls die Vermieterin im Gegenzug in den USA verklagt: wegen Rufschädigung, Schocks und schweren emotionalen Leiden. Laut Anwalt geht es um eine Entschädigung in Millionenhöhe.

Während sich die Gerichte um eine Einigung bemühen, könnte der nächste prominente Mieter in Wannsee bald vor der Tür stehen: Tom Cruise wollte angeblich für die Dreharbeiten von „Mission Impossible 3“ ins Parkschloß ziehen. Mangels Regisseur ist der Dreh allerdings auf nächstes Jahr verschoben worden. kf

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