Berlin : ADAC fürchtet Staus vorm neuen Tunnel

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„Gewisse Sorgenfalten“ verursacht dem ADAC das einspurige Ende des neuen Tiergartentunnels an der Ausfahrt Heidestraße. Die Autofahrer müssten sehr aufpassen, sagt ADAC-Sprecher Jörg Becker. Der gesamte Tunnel sei „ein Tribut an die Sparsamkeit und nach politischen Vorgaben halbherzig gebaut“. Der Tunnel zwischen Reichpietschufer/Kemperplatz und Invaliden-/Heidestraße soll am 26. März eröffnet werden.

Noch könne man über Staus nur spekulieren, aber der ADAC werde in den ersten Wochen gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung den Verkehr genau beobachten. Er fürchte vor allem Staus vor den Einfahrten, wenn wegen Bagatell-Unfällen die Zufahrt gesperrt werde. Die Einspurigkeit am Ende der Heidestraße könne sich der ADAC nur damit erklären, dass die Erbauer bei der Berechnung der Verkehrsströme davon ausgingen, dass ein Großteil der Autofahrer die Abfahrt Invalidenstraße nutzen werde. Der ADAC fordert weiterhin, „langfristig“ den Tunnel nördlich bis zum Autobahnanschluss Seestraße und südlich bis zum Schöneberger Kreuz zu verlängern. Längere Staus vorm Tunnel könnten Auswirkungen auf das gesamte Verkehrsgeschehen in Berlins Mitte haben.

Frieder Bühring von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung betonte, es handele sich um einen Tunnel in der Stadt, nicht um einen Autobahntunnel. Es sei normal, dass es an den Ausfahrten enger werde. Bis vor den Abzweig Invalidenstraße gebe es zwei Spuren, in die sich „ein bisschen Verkehr“ vom Bahnhof einfädele. Natürlich seien die erwarteten Verkehrsströme berechnet worden. Die lange Diskussion um den Bau habe zu diesen Lösungen geführt. „Der Tunnel ist nicht einfach“, sagte Bühring. Mit Ampelschaltungen vorm Tunnel könne man einem Stau entgegenwirken.

Die Deutsche Polizeigewerkschaft nannte am Montag die bevorstehende Tunneleröffnung „überfällig“. Ein neuer Tunnel mit aktueller Technik könne aber noch nicht alles sein. Der Landesvorsitzende Bodo Pfalzgraf forderte, die Tunnelleitzentrale in Tegel zu modernisieren. Sie sei „völlig veraltet“ und störanfällig. C. v. L.

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