ADEL berichtet FOLGE  70 : Dackels in Danger

Stefan Stuckmann zeichnet auf, wie unser Redaktionspraktikant Cedric zu Guttenberg die Stadt erlebt.

„Hurra!“, rufe ich und werfe meinen Jungdackel Taxi freudig in die Luft, nachdem ich die neuen Zahlen zu Tierrettungseinsätzen der Berliner Feuerwehr gesehen habe. „Im zweiten Jahr hintereinander“, lese ich vor, „ist die Zahl der Rettungseinsätze zurückgegangen!“ Stolz drehe ich mich um. „Taxi?“

Gut, im Nachhinein muss ich mich natürlich fragen, ob die 500 Euro für das Hantelset und die zwölf Eiweißriegel gut investiert waren, wenn jetzt monatlich Folgekosten von 2000 Euro auf mich zukommen, um Taxi aus einem Lüftungsrohr befreien zu lassen. Andererseits hätte ich ihn auch wirklich nicht ermutigen sollen, noch weiter zum Chefbüro zu krabbeln, um da mal nach dem Rechten zu sehen. Doch als der Feuerwehrmann das rechtwinklige Rohr über der Herrentoilette abmontiert, ich einen Viertelliter Trüffelöl hineingieße und Taxi mit sanftem Ploppen auf den Teppich rutscht, ist die Welt gleich wieder in Ordnung.

„Auf nur noch 1381 Einsätze!“, rufe ich den drei Feuerwehrmännern zu, die übrigens alte Bekannte sind: Schon letztes Jahr musste bei unserem Undercovereinsatz auf der BER-Baustelle eine Gepäckförderanlage komplett demontiert werden, damit Taxi rechtzeitig zur Abendschau wieder zu Hause ist. Die damalige Rechnung der Flughafengesellschaft über 3 Milliarden Euro konnten wir übrigens inzwischen auf 30 Euro runterhandeln, weil sich herausgestellt hat, dass die Anlage eh nur ein Sushi-Laufband war, dass eigentlich im großen Retailbereich installiert werden sollte.

Damals haben Taxi und ich entschieden, gemeinsam den Verein „Dackels in Danger e. V.“ zu gründen, der sich seitdem mit umfangreichem Prospektmaterial, bedruckten Luftballons und Kugelschreibern mit kleinen Wasserkammern, in denen ein Plastikdackel schwimmt, einen Namen in der Berliner Tiergefahrenaufklärungsszene gemacht hat. Ach ja, und Seminare bieten wir auch an! Besonders beliebt ist der Kurs „Chancen und Risiken von dunklen Löchern“, in dem wir jungen Hunden beibringen, wie man Dachsbauten von umgefallenen Rucksäcken voller Süßigkeiten unterscheidet.

Ein Berliner Feuerwehrmann, das erfahre ich später aus der Rechnung, kostet übrigens 71 Cent pro Minute. Was echt ein Schnäppchen ist: Beim Junggesellinnenabschied meiner Schwester in Lanzenreuth haben wir 150 Euro für einen Feuerwehrmann bezahlt, und der hatte nicht einmal eine richtige Jacke an. Gut, aber das sind halt regionale Unterschiede.

Hochachtungsvoll,

Ihr

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben