• ADFC kritisiert: Aktion geht an Ursachen vorbei: Polizei kontrollierte auf Spandauer Unfall-Kreuzung Radfahrer-Verband kritisiert: Aktion geht an Ursachen vorbei

ADFC kritisiert: Aktion geht an Ursachen vorbei : Polizei kontrollierte auf Spandauer Unfall-Kreuzung

Am Montag wurde auf der Kreuzung ein 60 Jahre alter Radfahrer einem Laster getötet, gestern Abend kontrollierte die Polizei an der Ecke Klosterstraße/Brunsbütteler Damm zwei Stunden lang Autos und Fahrräder.

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„Gefährdende Fahrweisen von und gegenüber von Radfahrern sollen angesprochen und geahndet werden“, teilte die Polizei mit.

Der Allgemeine Deutsche FahrradClub (ADFC) fordert die Polizei gestern auf, ihre Schwerpunktkontrollen auf die Hauptunfallursachen zu konzentrieren. Denn Radfahrer wissen aus der Vergangenheit, dass bei Sonderkontrollen vor allem die Zahl der Reflektoren am Fahrrad und die Bremsen geprüft werden – und nicht Raser und Rotlichtsünder, die Radfahrer gefährden. ADFC-Vorsitzender Benno Koch hat die Polizeistatistik auf seiner Seite: Im ersten Halbjahr 2003 waren in Berlin nur 17 Fahrradunfälle auf „Fahren ohne Beleuchtung“ und 28 Unfälle auf „Technische  Mängel“ zurückzuführen – zusammen nur 1,6 Prozent von 2793 Unfällen mit Radbeteiligung. Die Hauptgefahren sind für den ADFC der „tote Winkel“ von Lastwagen: Der ADFC fordert seit langem einen zusätzlichen Spiegel an Lkw nach holländischem Vorbild. Zweites Problem sind nach ADFC-Sicht Radwege auf dem Bürgersteig. Auch an der stark befahrene Kreuzung Klosterstraße/BrunsbüttelerDamm/Ruhlebener Straße sind die Radwege auf dem Gehweg – und dort werden Radfahrer häufiger übersehen, als wenn sie auf der Straße unterwegs sind. Die Kreuzung steht weit oben auf der Liste der gefährlichen Kreuzungen. In Berlin wurden in diesem Jahr bereits 21 Radler Opfer des Verkehrs, deutlich mehr als im Vorjahr. Ein bedeutender Teil davon starb durch rechts abbiegende Lastwagen. So auch der 60 Jahre alte Mann am Montag.

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