Adlershof : Grundstein für das Labor der Zukunft

Die Bundesanstalt für Materialprüfung erhält ein neues Forschungszentrum in Adlershof - heute ist nachträgliche Grundsteinlegung.

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Berlin - Im Wissenschafts- und Technologiepark Adlershof entsteht ein Kompetenzzentrum für analytische Chemie. 40 Millionen Euro wird das Labor- und Technikgebäude der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (Bam) kosten. Seit dem vergangenen September wird schon gebaut, am heutigen Donnerstag ist nachträgliche Grundsteinlegung. Am Mittag wird eine Box mit Dokumenten versenkt – mit der aktuellen Ausgabe des Tagesspiegels; Chefredakteur Lorenz Maroldt gehört zu den Gästen.

Die Fertigstellung des Gebäudes ist für August 2011 geplant. Dann ziehen die analytische Chemie, Bereiche von Material-, Umwelt- sowie Werkstofftechnik ein. Bis dahin entstehen Labore und Räumlichkeiten für Arbeiten, die größere Maschinen benötigen sowie ein Hörsaal für 170 Studenten. In dem Haus wird es erstmals sogenannte Reinsträume geben. „In ihnen kann Referenzmaterial in hochsauberer Umgebung präpariert werden“, sagt Ulrich Panne, Leiter der Abteilung analytische Chemie. Denn mit solchen Prototypen, also standardisiertem Referenzmaterial, kann die Industrie prüfen, ob Messergebnisse zuverlässig und korrekt sind.

Für Krebsmedikamente benötigte Proteine können so besser untersucht werden oder auch die Beschaffenheit von Pollen für die Allergieforschung. Die Zusammenarbeit mit dem Institut für Chemie der Humboldt-Universität soll verstärkt werden. Die Bam kooperiert mit allen drei Berliner Universitäten, ebenso mit Hochschulen bundesweit.

Die Kosten für den Bau mit 5013 Quadratmetern Nutzfläche trägt der Bund. Das Gebäude in Quaderform wurde vom Berliner Architekturbüro Kleyer, Koblitz, Freivogel entworfen, die kristallin schillernde Fassade stammt von der Karlsruher Kunststudentin Ulrike Barwanietz. Die Kieler Kunsthochschülerin Chili Martina Seitz stattet den Campus mit drei fünf Meter hohen Skulpturen aus, die sprühende Funken symbolisieren sollen.

Mit Funken hat die Bam auch jährlich vor Silvester zu tun, wenn sie neue Feuerwerkskörper überprüft, bevor diese in den Verkauf dürfen. Zur Arbeit des Instituts gehört aber auch, Behälter zu testen, in denen Gefahrgut transportiert wird. Die Bam beschränkt sich aber nicht auf Prüftätigkeiten, was derzeit am Charlottenburger Tor deutlich wird: Für dessen Sanierung entwickelte sie Beton, der aussieht wie der originale Sandstein, aber der Luftverschmutzung standhält.

Das Institut beschäftigt in Berlin 1800 Mitarbeiter an vier Standorten und hat einen Jahresetat von 130 Millionen Euro. Die Vorgängerinstitution wurde bereits 1871 für wissenschaftliche Versuche und Untersuchungen gegründet.

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