Berlin : Adliger Star in Neukölln

Ausstellung über die österreichische Kaiserin Sisi wurde im Schloss Britz eröffnet

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Kultfigur für alle Ewigkeit. Kaiserin Sisi (oder Sissi) vor laufenden TV-Kameras in den Britzer Schlossräumen. Foto: Kitty Kleist-Heinrich
Kultfigur für alle Ewigkeit. Kaiserin Sisi (oder Sissi) vor laufenden TV-Kameras in den Britzer Schlossräumen. Foto: Kitty...

Die Kaiserin Elisabeth von Österreich ist in Berlin. Sisi (und nicht Sissi), wie sie von ihrer Familie genannt wurde, residiert seit heute im Schloss Britz. Damit erfüllt sich ein sehnlicher Wunsch, den Bezirksbürgermeister und Sisi-Fan Klaus Buschkowsky (SPD) seit zehn Jahren in seinem Herzen trägt: Sisi möchte doch bitte mal nach Neukölln kommen.

Nun ist sie da. Im Museums-Schloss präsentiert die Britzer Kulturstiftung in sieben Räumen eine Ausstellung, in der Mythos und Wahrheit um „eine der schönsten und extravagantesten Frauen“ mit zahlreichen Sachzeugen, Bildern und Dokumenten dargestellt werden. Zwei profunde Wiener Sisi-Spezialistinnen, Katrin Unterreiner, langjährige Leiterin von Schloss Schönbrunn, und Kuratorin Sabine Fellner, versuchen, der idealisierten Kaiserin aus den „Sissi“-Filmen der fünfziger Jahre die etwas andere historische Wirklichkeit gegenüber zu stellen.

Die Schau zeige „das außergewöhnliche Leben und den ambivalenten Charakter Elisabeths, der auch von Egozentrik und Exaltiertheit geprägt war“, sagt Katrin Unterreiner. Zum Alltagsleben der Kaiserin und zu ihrem Schönheitskult gehören eigene Rezepturen für Cremes (die der Besucher an sich ausprobieren kann), wir sehen zwei von nur noch neun weltweit existierenden Originalkleidern, ein weißes, sehr modernes Nachthemd von Elisabeth, ein Tagebuch, Diamantsterne und den Rubinschmuck aus Swarovski-Kristallen. Dazu passend dichtete die Hoheit und Heine-Verehrerin: „Auf das funkelnde Geschmeide blick ich lange sinnend noch, andern wär’ es höchste Freude, mir ist’s nur ein schweres Joch“.

Reiten, Reisen, Dichten – Sisi, diese moderne Frau des 19. Jahrhunderts, unterwarf sich körperlich harten, selbst auferlegten Zwängen. Viel Text ergänzt die Schau über ein ungewöhnliches Leben, das am 10. 9. 1898 mit der Ermordung durch einen italienischen Anarchisten in Genf jäh endet. Lothar Heinke

- Bis 3. Oktober, dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr, Eintritt 7 Euro.

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