Berlin : "Adlon des Westens": Pläne für das Haus Cumberland geplatzt

C. v. L.

Die Fundus-Gruppe steigt aus dem Hotel-Projekt Haus Cumberland am Kurfürstendamm 193/194 aus; Land und Bund müssen sich auf Millionenverluste einstellen. Fundus hatte aus der Immobilie, jahrzehntelang Sitz der Oberfinanzdirektion, ein "Adlon des Westens" machen wollen und das Grundstück Ende 2000 für einen von Branchenkennern als überteuert bezeichneten Preis von 162 Millionen Mark von Bund und Land erworben.

Doch die Kaufsumme wurde nicht beglichen, dafür zahlte Fundus Verzugszinsen von fast zehn Millionen Mark. Denn der Investor fand keinen Pächter und die Banken fanden dies nicht kreditwürdig. Nun werden auch die Verzugszinsen nicht mehr gezahlt. "Den Vertrag gibt es noch", betonte gestern Manfred Reuß von der Bundesvermögensverwaltung. Wenn er aber scheitere, könne es zu einer Klage kommen. Die Fundus-Gruppe kaufte das Grundstück allerdings als GmbH & Co. KG und haftet nur mit einer Gesellschaftseinlage von 100 000 Mark.

Bund und Land hatten sich im vergangenen Dezember nach einem Ausschreibungsverfahren für die Fundus-Gruppe entschieden. Sie wollte das Haus zum 400-Zimmer-Luxushotel umbauen. Als Pächter war Kempinski vorgesehen, der Partner im Adlon. Aber Kempinski sprang ab, auch mit weiteren Interessenten - etwa Sheraton - kam kein Geschäft zustande. Außerdem ließen die Terroranschläge vom 11. September und sinkende Touristenzahlen das Interesse größerer Hotelkonzerne schwinden. Nicht einmal die Hälfte des damaligen Preises gelten in der Branche als realistisch. Die Bundesvermögensverwaltung hält ein neues Ausschreibungsverfahren für möglich.

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