Admiralbrücke in Berlin-Kreuzberg : Pinkelprotest entpuppt sich als Guerillawerbung

Per Facebook wurde zu einem Protestpinkeln an der Admiralbrücke in Berlin-Kreuzberg aufgerufen. Nun stellt sich heraus: Die angebliche Aktion gegen Gentrifizierung sollte einer Rap-Party Publicity verschaffen.

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Protestaktion gegen Gentrifizierung entpuppt sich als Werbecoup eines Musiklabels.
Protestaktion gegen Gentrifizierung entpuppt sich als Werbecoup eines Musiklabels.Seenshot: Video "Beste"

Doch kein Protestpinkeln an der Admiralbrücke in Kreuzberg: Noch am Montag wurde per Facebook unter dem Motto "Gentrifizierung pisst uns an, am 20. April pissen wir zurück“ zu einer Veranstaltung aufgerufen. Doch jetzt entpuppt sich die Aktion als reine Werbung für eine Rap-Party. Datum, Titelbild und Name der Veranstaltung wurden geändert, aus "Das große Admiralbrücke-Anpinkeln" wurde die " „BESTEdeutschRap“-Party. In einem kurzen Video löst das Berliner Musiklabel "Beste" ihre Aktion auf.

"Alles fing damit an, dass wir unsere große BESTEdeutschRap-Party gelauncht haben bei Facebook und uns bei der Party aufgefallen ist: So, der Zenit ist erreicht", sagen die Macher darin. "Wir haben uns gefragt, wie kriegen wir wieder diesen Internetfame?"

Bei einem "Kreativspaziergang" an der überfüllten Admiralbrücke, sei ihnen dann die Idee gekommen. "Da ist alles komplett voll. Jeder Platz war besetzt. Viele Musiker, lauter verschiedene Sprachen."

Und was funktioniert im Internet immer am besten? "Hass", sagen "Beste" und machen die Veranstaltung zum Protest gegen Touristen und hippe Menschen, die an lauen Abenden auf der Brücke feiern, „wie ,amazing‘ Berlin ist". "Nicer Slogan, ein paar Schlagwörter und zack läuft das", ihr Fazit. Und es funktionierte. Über 1000 Nutzer hatten ihr Interesse an der Veranstaltung bekundet.

Nun würden Hasskommentare gelöscht und so getan als wäre nix gewesen, sagen die Party-Veranstalter. "Reichweite und Fame" hätte die Party jetzt. Und das da Leute "hinkacken und hinpinkeln" hätten sie ja nicht ernsthaft gewollt.

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