Adventssonntag : Klingende Münze, leuchtende Trucks

Berlins City war am Sonntag voll: Tausende gingen zum Shopping oder warteten auf geschmückte Laster.

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Sternenklar. Berlins Einkaufszentren hatten sich auf einen Ansturm der Kunden vorbereitet. Foto: AFP/Johannes Eisele
Sternenklar. Berlins Einkaufszentren hatten sich auf einen Ansturm der Kunden vorbereitet. Foto: AFP/Johannes EiseleFoto: AFP

Berlin - Auch diesmal gab es keine Klagen: Die Geschäfte in der Stadt haben am verkaufsoffenen vierten Adventssonntag gute, wenn auch keine rekordverdächtigen Umsätze gemacht. Laut Handelsverband wurde bereits am Sonnabend „kräftig eingekauft“. Da bis Heiligabend noch vier Werktage folgen, hält es Hauptgeschäftsführer Nils Busch-Petersen für möglich, dass „wir die Einbußen durch den Wegfall zweier verkaufsoffener Sonntage im Advent aufholen“.

In der Galeria Kaufhof am Alexanderplatz sei es wegen des Schneefalls „anfangs etwas ruhiger geblieben“, sagte Geschäftsführer Detlef Steffens. Doch als es nicht mehr schneite, „lief es sehr gut“. Für Donnerstag erwartet Steffens einen Ansturm auf die Lebensmittelabteilung.

Voll war es auch im KaDeWe: Zum Beispiel die Feinschmeckeretage sei stark besucht gewesen, sagte Sprecherin Petra Fladenhofer. Ansonsten habe sich das Interesse auf Spielwaren, Parfümerieartikel sowie „hochwertige Mode und Accessoires“ konzentriert. Zu beobachten sei, dass der Touristenanteil unter den Kunden „noch weiter zunimmt“.

Bei C&A in den Neuköllner Gropius-Passagen sprach Filialleiterin Annett Schleicher von einem „Superwochenende“. Gefragt seien Jacken, Pullover und Damenblusen, aber seltener Damenunterwäsche Annett Schleicher kann nur vermuten, woran das liegt: Die Männer seien vorsichtiger damit, den Dessous-Geschmack ihrer Frauen einzuschätzen. Ähnliches gilt wohl auch für andere Waren, denn laut Handelsverband sind „Warengutscheine die Renner“.

Im Kulturkaufhauses Dussmann an der Friedrichstraße sprach man vom „Durchbruch“, bis Freitag sei der Umsatz unter dem Vorjahresniveau geblieben. Das S-Bahn- Chaos habe sich „katastrophal“ ausgewirkt. Gestern aber wurde „extrem mehr“ gekauft.

Viele Geschäfte planen noch mehr Sonderöffnungen bis Heiligabend: Das KaDeWe verkauft ab heute bis 21 Uhr und Karstadt am Hermannplatz von Dienstag an. Der Kaufhof am Alex öffnet täglich bis 22 Uhr, die Neuköllner Gropius-Passagen laden bis 23.30 Uhr zum „weihnachtlichen Mitternachtsshopping“ ein. Heiligabend dürfen die Läden bis 14 Uhr öffnen. Etwas länger gibt es Lebensmittel, Haushalts- und Reisebedarf noch in Bahnhöfen – im Hauptbahnhof bis 18 Uhr.

Warten auf Santa Claus hieß es gestern am Ku’damm. Schon gegen 16 Uhr ist es dort fast so voll wie beim Marathon. Die Menschen stehen in Dreierreihen im Schnee und warteten auf den Coca-Cola-Weihnachtstrucks – das Finale der Weihnachtstour 2010 des Limonadenkonzerns. Viele Familien sind da, Kinder und Jugendliche drängeln sich, um das Happening in Eis und Schnee zu erleben.

Und dann rollen die Mega-Laster knallrot leuchtend an – zehn Stück hintereinander. Santa Claus auf seinem weißen Schlitten, „gezogen“ von Rentieren. Die sind zwar nicht echt, aber lebensgroß. Kinder mit Nikolausmützen sitzen auf einem Wagen um einen Kamin, auf dem nächsten tanzen Gospelsänger, und die Rockband „Südlich von Stuttgart“ spielt „Winter Wonderland“. Was an alldem so anziehend ist? Der elfjährige Maxime aus Kreuzberg sagt: „Santa Claus ist so viel lustiger als unser deutscher Weihnachtsmann.“ Entsprechend gut war die Weihnachtslaune entlang der Fahrtstrecke durch die City bis zum Brandenburger Tor. Dort lud Santa Claus dann zur Abschlussparty ein. Cay Dobberke, Christoph Stollowsky

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