Ägypten : Wieder Tote bei Demonstrationen der Mursi-Anhänger

Nach den Freitagsgebeten haben wieder Tausende in Kairo und anderen ägyptischen Städten demonstriert und die Wiedereinsetzung von Mursi gefordert. Seine Anhänger sind jedoch zunehmend in der Defensive.

Demonstrationen der Mursi-Anhänger nach den Freitagsgebeten.
Demonstrationen der Mursi-Anhänger nach den Freitagsgebeten.Foto: AFP

Tausende Ägypter haben trotz eines Großaufgebots der Sicherheitskräfte am Freitag in zahlreichen Städten die Wiedereinsetzung des vom Militär gestürzten Präsidenten Mohammed Mursi gefordert. Das Gesundheitsministerium teilte mit, bei mehreren Zwischenfällen seien drei Menschen getötet und 36 verletzt worden. Im Vergleich zu der Welle der Gewalt vor wenigen Wochen schienen sich die Ausschreitungen aber in Grenzen zu halten.

In Kairo zogen Mursis Unterstützer in mehreren Gruppen durch die Straßen. Dabei mieden sie die von Polizei und Armee streng bewachten Schauplätze, an denen es bei früheren Protesten zu schweren Ausschreitungen kam. Ähnlich große Aufläufe gab es in Alexandria, mehreren Städten im Nildelta, Suez, Ismailia, Port Said, Assiut und anderen Orten.

Mursi-Anhänger sind zunehmend in der Defensive

Das Militär hatte den Islamisten Mursi Anfang Juli entmachtet. Dies löste einen Proteststurm aus. Die Lage eskalierte mit der Räumung von Protestlagern in Kairo, bei denen die Sicherheitskräfte Mitte August mehr als 600 Menschen töteten. Zuletzt sahen sich die Mursi-Anhänger aber zunehmend in der Defensive. Dazu trug auch eine Verhaftungswelle bei. Die Behörden nahmen nahezu alle führenden Vertreter der Muslimbrüder fest, aus denen Mursi hervorgegangen ist. Die Muslimbrüder stellten viele Wortführer der Protestbewegung, die sich gegen das Militär und die von diesem eingesetzte Übergangsregierung richtet. (Reuters)

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