Berlin : Älteren und chronisch Kranken wird der Schutz empfohlen

se

Triefnasen, rote Augen, Husten und das Gefühl, Glieder aus Gummi zu haben - so elend fühlen sich derzeit tausende Berliner. Doch es ist kein Grippe-Virus, der die Menschen schwächt. "Es ist eine ganz normale Erkältung, wie sie zu dieser Jahreszeit häufig vorkommt", sagt Edgar Muschketat vom Robert-Koch-Institut. Solche Erkältungskrankheiten haben viele Deutsche durchschnittlich zwei- bis dreimal im Jahr, meist in der kalten Jahreszeit. Schützen kann man sich dagegen nicht - zumindest nicht mit Medikamenten.

Allein eine ausgewogene Ernährung, Sport, frische Luft und nicht zuletzt regelmäßige Saunabesuche können das Immunsystem stärken. "Wer einen gesunden Lebenswandel hat, kann sich besser vor Ansteckung bewahren", sagt Muschketat. Dazu gehöre auch, nicht zu rauchen und wenig Alkohol zu trinken. Das kann auch helfen, die nächste Influenza abzuwehren, die für Mitte Dezember erwartet wird.

Wer sich vor dieser Grippewelle schützen möchte, sollte sich eine Impfung abholen. Geimpft wird nach Auskunft von Muschketat derzeit bei Hausärzten und in den Gesundheitheitsämtern. Die Kosten für die Schutzimpfung übernehmen die Krankenkassen.

Ärzte empfehlen älteren Patienten über 60 Jahren sowie chronisch Kranken, beispielsweise mit Herzfehlern, Asthma oder Diabetes, sich impfen zu lassen. Darüber hinaus gilt die Empfehlung für gesundhheitlich geschwächte Kinder sowie für medizinisches Personal, Polizei- und Feuerwehrleute und alle Pflegeberufe.

Wem allerdings schon ein Schnupfen in den Knochen steckt, sollte von der Spritze zunächst Abstand nehmen. "Hat man sich bereits mit einer Erkältung infiziert, kann die Schutzimpfung eine sogenannte Immunstimulation bewirken", erklärt Andreas Rieche, Betriebsarzt in der Charité. Dadurch könne die Krankheit erst so richtig ausbrechen. Bei Patienten, die ganz gesund sind, schütze diese Impfung hingegen effektiv vor der mit hohem Fieber verbundenen Influenza.

Die erste Erkältungswelle in diesem Herbst fiel stärker aus als im Vorjahr, teilte indes die Arbeitsgemeinschaft Influenza in Marburg mit. So liege die registrierte Anzahl der so genannten akuten respiratorischen Erkrankungen (ARE) insbesondere bei Kindern über den erwarteten Werten. Offenbar habe der deutliche Wetterumschwung der letzten Zeit eine Rolle gespielt. Gut ein Zehntel (11,4 Prozent) aller Patienten, die in der vergangenen Woche eine Arztpraxis aufsuchten, taten dies den Angaben zufolge wegen ARE-Beschwerden. Bei Kindern lag dieser Anteil sogar bei 22,4 Prozent.

0 Kommentare

Neuester Kommentar