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Ärger um "Morgenmagazin"-Auftritt : Heidi Hetzer wehrt sich gegen Rassismus-Vorwurf

Im ZDF-Morgenmagazin erzählt die Weltreisende Heidi Hetzer, dass "die Schwarzen" in Südafrika klauen. Nun bereut sie diesen Satz - und plant schon die nächste Tour.

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Großer Bahnhof für Heidi Hetzer am Brandenburger Tor.
Großer Bahnhof für Heidi Hetzer am Brandenburger Tor.Foto: Jörg Carstensen/dpa

Seit zwei Tagen ist sie zurück in Berlin, schon fangen die Probleme an: Heidi Hetzer liegt im Krankenhaus, wegen einer Darmentzündung. Und sie muss sich gegen den Vorwurf wehren, sie sei eine Rassistin. Nach dem großen Empfang am Brandenburger Tor am Sonntag, mit jubelnden Fans und Blitzlichtgewitter, ist das schon etwas ernüchternd für eine 79-jährige, die mit ihrem Oldtimer die halbe Welt bereist hat.

Bei einem Fernsehauftritt im Morgenmagazin des ZDF erzählte sie von Südafrika, der grandiosen Natur, aber auch von den "Nachteilen" des Landes, der hohen Kriminalitätsrate. Dabei fiel dieser Satz: "Die klauen. Die Schwarzen sind nur...wenn sie eine olle Jacke im Auto liegen lassen, klauen sie die, die klauen alles..." Die Moderatorin Jana Pareigis schaut entgeistert, versucht zu parieren, "ist halt ein ärmeres Land...".

Ein Videoausschnitt wird ins Internet gestellt, von einem Eklat ist die Rede, in den sozialen Netzwerken wird intensiv diskutiert, ob Heidi Hetzer sich als Rassistin entlarvt habe oder ob das nur ein unbedachter Ausrutscher war. Viele rechte Kommentatoren freuen sich auch, dass endlich mal jemand "die Wahrheit" sagt.

Das sei ihr "durchgeflutscht"

Anruf bei Heidi Hetzer. Sie warte gerade auf ihre Blutwerte, sagt sie am Telefon, habe immer noch Schmerzen. Die Aussage im Fernsehen "tut mir ja so leid". Das sei ihr so "durchgeflutscht", in der Aufregung habe sie sich falsch ausgedrückt, sie hätte besser von "den Südafrikanern" sprechen sollen. Eine Rassistin sei sie nun wirklich nicht.

Dann erzählt sie, was passiert ist: Sie sei mehrfach bestohlen worden, jedesmal von Schwarzen. Sie habe die Täter selber gesehen, als sie ihr eine Kette vom Hals rissen oder ihr Handy aus der Jackentasche zogen. Der Einbruch in ihren Oldtimer in Kapstadt sei von einer Videokamera gefilmt worden.

Halbes Jahr in Südafrika

Ein halbes Jahr verbrachte Heidi Hetzer in Südafrika. Solange dauerte es, bis ein neuer Motor für ihren Hudson mit dem Schiff geliefert und vom Zoll freigegeben wurde. In dieser Zeit habe sie "immer in der Angst gelebt, beklaut zu werden". So gehe es fast allen Weißen in Südafrika. Die Trennung zwischen den Hautfarben bestehe fort, viele Schwarze lebten in großer Armut. Im Oldtimerclub, in dem sie verkehrte, "gab es nur Weiße". In anderen Ländern Afrikas habe sie diese Trennung nicht erlebt, dort sei sie auch nicht bestohlen worden. "In Namibia war alles in Ordnung."

Nächste Reise: Quer durch Afrika

Heidi Hetzer gerät wieder ins Plaudern, das liegt ihr in den Genen. Sie erzählt Geschichten von den Menschen, die sie getroffen hat, die allermeisten hätten gelacht, seien freundlich und großzügig gewesen. Deshalb plant sie schon die nächste Reise, diesmal will sie mit einem alten Landrover von Ägypten aus quer durch Afrika reisen, bis nach Kapstadt. "Dann fahre ich an alle Orte, wo ich mit Hudo nicht hin konnte, weil der keinen Allradantrieb hat." Ihre Abenteuerlust ist ungebrochen. Die Weltreise mit "Hudo", ihrem Oldtimer, sei gar nicht so teuer gewesen wie befürchtet. Da geht noch was.

Heidi Hetzer fährt um die Welt
Heidi Hetzer kommt nach ihrer Weltreise mit ihrem Oldtimer Hudo in Berlin an.Weitere Bilder anzeigen
1 von 26Foto: Jörg Carstensen/dpa
12.03.2017 17:47Heidi Hetzer kommt nach ihrer Weltreise mit ihrem Oldtimer Hudo in Berlin an.
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