ÄRGER UM NEUE VERTRÄGE : Und auch die Musikschullehrer demonstrieren

Pusten und protestieren
Pusten und protestieren

WORUM ES GEHT

„Seit 33 Jahren arbeite ich an einer Musikschule und die Bezahlung ist immer schlechter geworden“, empört sich Gitarrenlehrer Kai Michaels. Er ist einer der über tausend Musikschullehrer, die am Dienstagnachmittag vor dem Konzerthaus am Gendarmenmarkt demonstrieren wollten.

KAUM FESTANGESTELLTE Wie in keinem anderen Bundesland setzen die Berliner Musikschulen auf freie Mitarbeiter. An der Musikschule Spandau etwa sind nur fünf von 125 Lehrkräften festangestellt, der Rest arbeitet als Honorarkraft – und viele davon annähernd Vollzeit. Nach Angaben der Bildungsverwaltung sind 80 Prozent der Musiklehrer Honorarkräfte, laut Verdi 92 Prozent.

SOZIALE ABSICHERUNG

Die Musiklehrer fordern einen Zeitplan für die schrittweise Festanstellung von Honorarkräften und einen Tarifvertrag für arbeitnehmerähnlich Beschäftigte. Den hochqualifizierten Honorarkräften fehle es an sozialer Absicherung sagte Lutz Fußangel von Verdi. Musikschulen und deren Schüler hätten dadurch ein eingeschränktes, weniger kontinuierliches Angebot. Das Honorar an öffentlichen Musikschulen ist nicht frei verhandelbar. Das durchschnittliche Monatseinkommen beträgt laut Fußangel 1044 Euro brutto.

NEUE VERTRÄGE

Seit August 2012 gelten neue Vorschriften für die Honorarverträge, denen Musikschullehrer mit alten Verträgen noch bis Mai zustimmen sollen. Eine Verlängerung im nächsten Schuljahr ist nicht möglich. Bildungsstaatssekretär Mark Rackles (SPD) hatte in einem Brief an die Bezirksstadträte für Weiterbildung und Kultur darauf hingewiesen, eine Umstellung auf Festanstellungen sei angesichts der Haushaltslage nicht gewährleistet, ohne die gute Versorgung mit Musikunterricht in Berlin zu gefährden. kal

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