Berlin : Ärzte-Chef hört auf

Manfred Richter-Reichhelm tritt bei Wahlen 2004 nicht mehr an

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Manfred RichterReichhelm, langjähriger Vorsitzender der Berliner Kassenärztlichen Vereinigung (KV) und gleichzeitig Chef der Bundes-KV gibt auf. Er werde bei den Wahlen zu beiden Ämtern im Herbst 2004 nicht mehr zur Verfügung stehen, sagte Richter-Reichhelm dem Tagesspiegel – „aus persönlichen Gründen“. Dies habe er seiner Familie und vor allem seiner Ehefrau versprochen. „Ich bin dann 63 Jahre alt. 25 Jahre Standespolitik sind genug.“ Von Hause aus ist er niedergelassener Urologe. Doch in seine Praxis werde er nicht mehr zurückkehren. „Ich gehe dann in den Ruhestand.“

Richter-Reichhelm steht seit 1989 an der Spitze der Berliner Kassenärzte, seit 2000 ist er Vorsitzender der Bundes-KV. Anfang 2003 hatte die Mehrheit der Berliner Kassenärzte ihrem Chef beim Streik gegen die rot-grüne Gesundheitspolitik die Unterstützung verweigert. Seine Entscheidung habe damit aber nichts zu tun, sagte Richter-Reichhelm. Außerdem habe er auch einige Erfolge zu vertreten: So habe man die Pläne der Bundesregierung zur Abschaffung der KV abwehren können. „Ich gehe ohne Groll und mit Selbstbewusstsein.“

Als möglicher Nachfolger für den Vorsitz der Berliner KV wird unter anderem der Zehlendorfer Hausarzt Wolfgang Kreischer genannt. „Wenn man mich will, stehe ich zur Verfügung“, sagte Kreischer dem Tagesspiegel. Damit würde auch die Stellung der Hausärzte gegenüber den dominierenden Fachärzten in der KV gestärkt. I.B.

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