Berlin : Ärzte kippen Kompromiss im Tarifstreit an der Charité

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Der Tarifstreit zwischen Charité und Ärztegewerkschaft Marburger Bund geht weiter. Der am Freitag Nachmittag erreichte Kompromiss wurde am Abend von Ärztevertretern gekippt. Vor allem der finanzielle Umfang der Verbesserungen wurde als unzureichend abgelehnt, da die Zuschläge nicht allen Ärzten zugute kommen sollten, sondern nur denjenigen, die besonders stark von niedrigen Gehältern betroffen sind. Nun wird am Montag weiter verhandelt. Eine bereits angesetzte Pressekonferenz, auf der die Details der Einigung präsentiert werden sollten, wurde abgesagt. „Wir sind enttäuscht, dass die Gremien des Marburger Bundes die bereits erzielte Einigung wieder in Frage stellen“, sagte Charité-Sprecherin Kerstin Endele. „Aber wir sind weiter gesprächsbereit.“

Wie berichtet, hatte der Marburger Bund am vergangenen Dienstag ein Ultimatum gestellt, dass man sich bis Sonnabend einigen müsse, sonst drohe nach Ostern ein unbefristeter Streik. Nun gehen die Gespräche doch weiter. „Der Arbeitskampf ist damit aber nicht vom Tisch“, sagte der Berliner Landesvorsitzende des Marburger Bundes, Matthias Albrecht. „Einigen wir uns nicht, folgt die Urabstimmung über einen Streik.“

Eine Einigung scheint beiden Seiten noch immer möglich. Denn an vielen der erreichten Vereinbarungen wird nicht mehr gerüttelt – so etwa daran, dass Überstunden elektronisch erfasst und auch bezahlt werden sollen. Die Ärzteinitiative der Charité hatte im Vorfeld die Zahl der unbezahlten ärztlichen Überstunden pro Monat auf 85 000 beziffert.

Dem Vernehmen nach war der Marburger Bund mit Forderungen angetreten, die die Charité jährlich rund 40 Millionen Euro gekostet hätten. Der Aufsichtsrat wollte die Mehrkosten aber auf maximal 8,2 Millionen Euro begrenzen. Alles läuft darauf hinaus, dass es für die Klinik etwas teurer wird. I.B.

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