• Ärzte-Streik: Röntgen-Ärzte gehen voran - 300 Mediziner und Mitarbeiter sind seit gestern im Ausstand

Berlin : Ärzte-Streik: Röntgen-Ärzte gehen voran - 300 Mediziner und Mitarbeiter sind seit gestern im Ausstand

Aus Protest gegen sinkende Honorare sind mehr als 30 radiologische Praxen in den östlichen Bezirken Berlins am gestrigen Montag geschlossen geblieben. Die Ärzte wollen ihren Ausstand die ganze Woche lang fortsetzen. Vom 16. bis 20. Oktober wollen dann Röntgenärzte in Westbezirken schließen. Ab dem 30. Oktober wollen berlinweit tausende Fachärzte und wahrscheinlich auch Allgemeinärzte eine Woche lang "streiken".

Die Versorgung der Patienten sei gesichert, es müssten notfalls aber längere Wege in Kauf genommen werden, sagte Hanjörg Meier-Duis, Vizechef des Berliner Radiologenverbandes. Viele Patienten hätten bislang Verständnis geäußert. Rund 300 Ärzte und Mitarbeiter beteiligten sich laut Meier-Duis an dem Streik. In der Hauptstadt gibt es nach seinen Angaben 87 radiologische Praxen, davon 35 im Ostteil. Röntgen-Untersuchungen seien derzeit nicht mehr wirtschaftlich zu erbringen. Die Vergütung einer Untersuchung der Lunge sank beispielsweise für AOK-Patienten von 31,50 Mark (1998) auf 16,34 Mark (2000). Die Kassenärztliche Vereinigung Berlin wies darauf hin, dass die Situation der Berliner Ärzte insgesamt miserabel sei. Bei den Honoraren seien sie bundesweit Schlusslicht, sagte Sprecherin Anette Kurth. Ein Grund für die sinkenden Honorare sei, dass tausende Versicherte in so genannte Billigkassen wechselten, die wesentlich geringere Pauschalen pro Mitglied an die Kassenärztliche Vereinigung überwiesen. Dadurch sei das Budget, aus dem ärztliche Leistungen bezahlt werden, geringer.

Zwischen dem ersten Quartal dieses Jahres und dem des Vorjahres wechselten wegen geringerer Krankenkassen-Beiträge laut Annette Kurth rund 83 000 Berliner Versicherte die Krankenkasse. Zudem sei der Honorartopf insgesamt kleiner geworden.

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