Ärztebündnis : Schneller Hilfe bei Schmerzen im Rücken

Ein Bündnis aus Berliner Ärzten, Krankenhäusern, Physiotherapeuten und der Kaufmännischen Krankenkasse startet am 1. März ein deutschlandweit einzigartiges Pilotprojekt gegen die Volkskrankheit Rückenschmerz.

Daniel StenderD

Die beteiligten Ärzte und Krankenhäuser wollen sich künftig besser abstimmen bei der Diagnose und Behandlung, damit die Schmerzen nicht chronisch werden.

Knapp zwei Drittel der Berliner klagen nach Angaben der Kaufmännischen Krankenkasse einmal im Jahr über Rückenbeschwerden, in mehr als 100 000 Fällen entwickeln sich die Beschwerden zur chronischen Krankheit. Die Betroffenen müssten mit starken Schmerzen leben, „jede Bewegung wird zur Qual“, sagte Angelika Prehn, Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin. Rund ein Viertel aller Berliner Krankmeldungen beruhe auf Rückenschmerzen. Im Vergleich zu den anderen Bundesländern seien in Berlin die Kosten für Krankenhausbehandlungen der Wirbelsäule um neun Prozent teurer.

Die Kassenärztliche Vereinigung Berlin erklärt den Anstieg der Rückenerkrankungen damit, dass viele Betroffene in bewegungsarmen Berufen arbeiteten. Klaus Böttcher von der Kaufmännischen Krankenkasse beschreibt den typischen Patienten als „eine 56-jährige Angestellte mit Familie“. Besonders die doppelte Beanspruchung durch Arbeit und Familie laste auf den Schultern.

Laut Kassenärztlicher Vereinigung werde die Krankheit häufig erst dadurch chronisch, dass sich Ärzte in ihren Diagnosen widersprechen und falsche Schmerzmittel verschreiben. Um dies zu vermeiden, wurde ein standardisiertes Diagnoseverfahren entwickelt, bei dem Haus- und Fachärzte, Physiotherapeuten und Krankenhäuser enger zusammenarbeiten und ihre Behandlungsmethoden aufeinander abstimmen. So könnten auch psychosomatisch bedingte Rückenschmerzen früh erkannt und fachärztlich behandelt werden.

Alle niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten können an dem Programm teilnehmen. Versicherte der Kaufmännischen Krankenkasse können sich bei einem teilnehmenden Arzt für das Programm einschreiben. Daniel Stender

Weitere Informationen unter: www.kkh.de

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