Berlin : Ärztin der Armen und Pianistin der Avantgarde Jutta Philippi Eigen ist gestorben

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Gekannt und geschätzt wurde die Pianistin und Komponistin Jutta Philippi Eigen vor allem von Liebhabern der Neuen Musik – als Interpretin der Werke von John Cage und Karl Heinz Stockhausen. Ausgebildet zunächst am Sternschen Konservatorium in Berlin, dann in Amerika, hat sie, eine praktizierende Weltbürgerin, ihre Werke vor allem in Osteuropa vorgestellt. Hinter diesem Einsatz für die Avantgarde stand, von Freunden und Kollegen gerühmt, ein forschender Geist, gepaart mit dem Willen und der Energie, immer wieder neue Dinge auszuprobieren. Aber Jutta Philippi Eigen ließ sich nicht nur durch ihre künstlerischen Interessen begreifen. Als Ärztin war sie mehrere Jahre an afrikanischen Slum- und Busch-Kliniken von Kenia und Botswana tätig und arbeitete auch später in jedem Jahr mehrere Wochen in Krankenhäusern der Dritten Welt. Zusammen mit ihrer Mutter Else Philippi gründete sie 1999 die „Stiftung Kinderhilfe“, um sozial benachteiligten Kindern in den Entwicklungsländern, Osteuropa und der früheren Sowjetunion zu helfen. Nun ist Jutta Philippi Eigen, die seit etlichen Jahren mit ihrem Mann, dem Gründer der Anti-Korruptions-Organisation Transparency International, Peter Eigen, wieder in Berlin lebte, nach schwerer Krankheit gestorben. K.L.

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