Berlin : Affentheater um einen Italiener

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Die Inszenierung war perfekt: Umgeben von Sicherheitsleuten und überraschten Pressefotografen schritt Silvio Berlusconi gestern Abend über den roten Teppich zur Europapremiere von „King Kong“. Der italienische Regierungschef trommelte sich in vollendeter Pose auf die vermutlich behaarte Brust, nur der Brüller wollte ihm nicht gelingen. Dafür gab der Mann aus Rom ein langes Interview – in bestem Italienisch.

Die Wirkung war verblüffend. Bei der Polizei, dem Auswärtigen Amt und bei den Italienkorrespondenten liefen die Telefone heiß. Berlusconi inkognito in Berlin? Wieso hatte niemand etwas gewusst? Wer sorgte für seine Sicherheit? Wo nächtigte er? Nachdem die Nachrichtenagenturen – denen die Sprecherin des Filmverleihs mehrfach versicherte, der Berlusconi sei echt – die Bilder in den Äther geschickt hatten, begannen selbst im fernen Italien die Spekulationen. Immerhin war gestern Abend die Saisoneröffnung in der Mailänder Scala. Wollte der Regierungschef das renommierte Opernhaus endgültig brüskieren? Seit langem werfen ihm Kritiker vor, ein Komplott gegen die Scala zu schmieden. Die Polizei gab schließlich Entwarnung: Er könne es nicht gewesen sein, weil er nicht angemeldet war. Basta! Ciao, Silvio. das/kög/cs

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