Afghanistan : Entwicklungshelfer aus Potsdam von Taliban entführt

Der 37-Jährige ist als Entwicklungshelfer der GIZ in dem Land am Hindukusch. Er wurde vor mehr als einer Woche auf dem Weg nach Masar-i-Scharif verschleppt. Heute wurde bestätigt, dass der Mann aus Potsdam stammt.

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Das Logo der GIZ auf dem Dach der Zentrale in Eschborn.
Das Logo der GIZ auf dem Dach der Zentrale in Eschborn.Foto: dpa

Er kam nach Afghanistan, um in dem Land zu helfen: Doch nun ist der 37 Jahre alte Stefan E. offensichtlich von den Taliban verschleppt worden. Am Montag bestätigten Sicherheitskreise, dass der vor etwas mehr als einer Woche in der nordafghanischen Provinz Kundus entführte deutsche Entwicklungshelfer aus Potsdam stammt.

Der Mitarbeiter der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) war auf dem Weg nach Masar-i-Scharif von Taliban-Kämpfern gewaltsam verschleppt worden. Weitere Details, etwa ob deutsche Behörden Kontakt mit den Entführern aufgenommen haben, wurden nicht bekannt. Ein Sprecher des Außenministeriums in Berlin sagte lediglich, der Krisenstab im Auswärtigen Amt sei mit dem Fall befasst.

Vor einem Jahr wurde die Doktorarbeit von Stefan E. veröffentlicht, er promovierte an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Potsdam. Auf seiner Facebookseite ist er mit einer Gruppe vernetzt, die sich permanent über die Sicherheitslage in Afghanistan austauscht.

In Kundus hat sich die Situation in den vergangenen Monaten verschärft, die Taliban stehen vor der Einnahme der Stadt. Schon bei der Intervention des Westens 2001 war Kundus eine Hochburg der Islamisten. Die Bundeswehr war 2013 nach zehn Jahren aus der Unruhe-Provinz abgezogen, jahrelang war es der gefährlichste Einsatzort.

Viele Afghanen kritisieren den Abzug als verfrüht und warnen vor einer Rückkehr der Taliban.

(mit dpa/rtr)



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