Berlin : Aha - die Polizei will ernst genommen werden

tob

Im vergangenen Jahr wurde das AHA-Konzept (Aufmerksamkeit, Hilfe, Appell) zum ersten Mal ausprobiert - auch damals waren uniformierte Konfliktschlichter im Einsatz. Ausgerechnet bei den 99er Kundgebungen zum 1. Mai kam es jedoch zu den schwersten Krawallen seit Jahren. Gegen 19 Polizisten wurde darauf wegen Körperverletzung im Amt ermittelt. 139 Beamte wurden bei den Krawallen verletzt. In Kreuzberg entstand hoher Sachschaden. Der Polizeipräsident räumte "in Einzelfällen" Fehlverhalten ein.

Bei den Demonstranten stießen die zur Schlichtung eingesetzten Beamten vergangenes Jahr häufig auf Ablehnung. Sie "wurden nicht ernst genommen", sagte Klaus Eisenreich von der Gewerkschaft der Polizei. Zudem hätten die übrigen Einsatzkräfte kaum von den Schlichtern gewusst. Auch innerhalb der Polizei gab es Streit über die Strategie, Anti-Gewalt-Kräfte sollen von Kollegen als "Warmduscher" bezeichnet worden sein. Eisenreich sagte, man solle vermeiden, das Konzept "zu zerreden". Er begrüße, dass der Schutzpolizeidirektor an AHA festhalte und es verfeinert habe. Piestert sagte, in diesem Jahr werde die Strategie "inhaltlich, organisatorisch und personell" besser umgesetzt. Insgesamt stellt die Polizei 140 Beamte dafür ab, 200 Führungskräfte wurden auf Seminaren über die Ziele informiert.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben