Ahmadiyya-Gemeinde : Moschee-Gegner sagen ab

15.10.2008 00:00 UhrVon Lars von Törne
234405_0_ed9c858b Foto: ddp
Ahmadiyya-Moschee in Pankow-Heinersdorf - Foto: ddp

Die Anhängerschaft der Moschee-Gegner in Pankow bröckelt weiter: Auch die CDU gibt ihren Widerstand gegen den Bau der Ahmadiyya-Moschee auf. Gemeinsam mit der SPD, Linken, Grünen und FDP unterstützt die Union nun die Initiative "Wir sind Pankow - tolerant und weltoffen".

Die Gegner der Pankower Moschee haben ihre letzten Unterstützer aus dem Lager der demokratischen Parteien verloren. Die Pankower CDU unter ihrem neuen Vorsitzenden Peter Kurth hat sich – zumindest in ihrer Mehrheit – der Gruppe jener Parteien angeschlossen, die sich dafür einsetzen, die umstrittene Moschee zu akzeptieren.

Um ein Zeichen gegen Intoleranz und Ausgrenzung zu setzen, ruft die von SPD, Linken, Grünen, FDP und jetzt auch der CDU unterstützte Initiative „Wir sind Pankow – tolerant und weltoffen“ gemeinsam mit anderen Gruppen an diesem Donnerstag zu einer Demonstration für die Religionsfreiheit auf. Das sagte Bezirksbürgermeister Matthias Köhne (SPD) am Dienstag.

Am Donnerstag will die Ahmadiyya-Gemeinde, die in Berlin rund 200 Mitglieder hat, in der Pankower Tiniusstraße ihre neue Moschee eröffnen – das erste repräsentative muslimische Gotteshaus in Ostdeutschland. Proteste dagegen hatten sowohl die rechtsextreme NPD als auch die Bürgerinitiative gegen die Moschee Ipahb angemeldet. Die NPD zog ihre Anmeldung jedoch gestern laut Polizei zurück.

„Nicht die Ahmadiyya bedroht unseren sozialen Zusammenhalt, sondern der Umgang mit der Gemeinde“, kritisierte Bürgermeister Köhne die Kampagne der Moschee-Gegner. Er rief die Bürger dazu auf, sich am Donnerstag an der Veranstaltung gegen Ausgrenzung zu beteiligen.

Unter dem Motto „Ein buntes Band für Vielfalt und Toleranz“ wollen die Teilnehmer zeigen, dass sie die Proteste gegen die Moschee ablehnen und für die freie Religionsausübung eintreten. Die Kundgebung, zu der auch die Initiative Zukunftswerkstatt Heinersdorf aufruft, beginnt um 17 Uhr an zwei Orten in Heinersdorf: An der Ecke Rothenbachstraße und Romain-Rolland-Straße sowie an der Berliner Straße 5.

Zur Eröffnung der Moschee erwartet die Gemeinde zahlreiche Gäste aus dem In- und Ausland, die Zeremonie stößt wegen der seit zweieinhalb Jahren andauernden Auseinandersetzungen auf ein großes Medieninteresse. Rund 250 geladene Gäste werden laut Gemeinde am Donnerstagabend zum offiziellen Festakt erwartet, darunter Mitglieder des Bundestages, des Senats und des Abgeordnetenhauses. Am Freitag ist eine religiöse Eröffnungsfeier für Gemeindemitglieder geplant. lvt

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