Berlin : Air Service Berlin sieht neue Hoffnungen für das Projekt

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Berlins erster "Hi-Flyer" - ein bunter Helium-Ballon, 23 Meter dick - könnte demnächst doch noch in die Luft gehen: Der Baustadtrat von Mitte, Thomas Flierl, bleibt zwar bei der Ablehnung des Projekts, aber Senator Branoner äußerte Sympathie für die Luftkugel, und sein Kollege Strieder signalisierte jetzt, dass er die Bedenken des Bezirks nicht teilt. Deshalb könne er nach einem zweimaligen Widerspruch des Antragstellers, der Air Service Berlin, die Sache entscheiden. "An einer flugrechtlichen Genehmigung gibt es keinen Zweifel", sagt Petra Reetz, die Sprecherin der Bauverwaltung, "allerdings muss die Technik des Ganzen noch geprüft und genehmigt werden".

Frank Hellberg, der Initiator, ist davon überzeugt, dass diese Seite des geplanten Unternehmens keine Schwierigkeiten bereitet. "Das System wurde schon in London, Paris und Sydney zur Attraktion": Der Ballon hat durch das Helium einen permanenten Auftrieb und wird nach seiner Reise in 150 Meter Höhe durch eine elektrische Winde wieder auf die Erde zurückgeholt. An einer Fahrt, die mit Auf- und Abstieg 15 Minuten dauern soll, können maximal 30 Personen in der Gondel teilnehmen. Frank Hellberg schwärmt: "Der Hi-Flyer ist in Deutschland einmalig, eine Berliner Attraktion mit hohem Schauwert. Aus Deutschland werden viele Besucher extra wegen des Ballons kommen. Der kann übrigens auch im Dunkeln in den Himmel steigen. Berlin bei Nacht mit Champagnerumtrunk und Salonmusik - im Hi-Flyer ist vieles denkbar".

Air Service hat - in der Hoffnung auf die Realisierung seines Ballon-Plans - ein Geländestück am südlichen Teil der Ministergärten nahe Voß- und Ebertstraße gemietet und mit Abfertigungshäuschen besetzt. Ursprünglich sollte der Ballon schon Ende Januar starten. Zuvor aber erklärte Baustadtrat Flierl den bunten Überflieger zu einem nicht genehmigungsfähigen Bauwerk, bemängelte die Nähe zum geplanten Holocaust-Mahnmal, sah in dem Ballon, mit dem unübersehbar für den Fernsehsender Sat 1 geworben werden soll, einen Verstoß gegen die Ästhetik und einen Störfaktor der Sichtachsen. Gerade die Nähe zum Potsdamer und Pariser Platz aber macht für den Veranstalter den Reiz seines Planes aus - andere Orte wie Alexanderplatz und Nordbahnhof sind für ihn nicht akzeptabel.

"Wir bauen kein neues Sony-Center, sondern wollen lediglich für ein Jahr mit unserem Luftfahrzeug eine weitere Attraktion in die Stadt holen", meint Hellberg. Für ihn ist der größte Fesselballon der Welt "ein sympathisches Highlight".

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