Berlin : Airlines: Tempelhof „nicht runterreden“

Protestbriefe der Unternehmen an Stadtentwicklungssenatorin Junge-Reyer

Rainer W. During

Mehrere in Tempelhof tätige Fluggesellschaften haben ihre Forderung nach Erhaltung des Berliner Zentralflughafens erneuert. Gestern haben die Cirrus Airlines auf der Strecke nach Saarbrücken einen neuen, größeren Jet eingeführt. Ebenso wie dba und Germania bekräftigte sie ihr Angebot, den City-Airport in eigener Regie zu übernehmen. Die belgischen SN Brussels Airlines forderten erneut, Tempelhof mindestens bis zur Eröffnung des neuen Flughafens BBI in Schönefeld offen zu halten. Bezüglich der Schließungsabsicht gebe es „keine Positionsänderung“, sagte dagegen eine Sprecherin von Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge- Reyer (SPD).

Was das Angebot zur Übernahme von Tempelhof betrifft, bleibe man „im Boot“, sagte Marketing-Chefin Ingrid Jung. Germania-Geschäftsführer Wolfgang Vieweg verwies auf das vor einigen Wochen schriftlich erneuerte Angebot, auf das man wieder keine Reaktion des Senats erhalten habe. Germania hatte kürzlich die Mehrheitsanteile an der Fluggesellschaft dba erworben, die ihrerseits das Streckennetz von Germania Express übernahm. Zum 2. Mai wird die Köln/Bonn-Verbindung mit dem Beamten-Shuttle von Tegel nach Tempelhof verlagert und von sechs auf acht tägliche Flugpaare erhöht. Für den City-Airport bedeutet das einen deutlichen Passagierzuwachs.

In einem Brief an Junge-Reyer hat der Deutschlanddirektor der SN Brussels Airlines, Daniel Norman, das Festhalten des Senats an den Schließungsplänen kritisiert. Er forderte die Senatorin auf, den Standort Tempelhof „nicht weiter runterzureden“. Man erwarte von verantwortungsvollen Politikern, „die berechtigten Interessen der vor Ort ansässigen Unternehmen zumindest nicht zu torpedieren“. Der Zentralflughafen dürfte, wenn überhaupt, nicht vor der für 2010 vorgesehenen BBI-Eröffnung geschlossen werden.

Mit dem gestern von Cirrus Airlines vorgestellten Regionaljet Embraer 170 wird die Flugzeit nach Saarbrücken von 90 Minuten auf eine knappe Stunde reduziert. Gleichzeitig bietet das extrem leise Flugzeug 26 Sitze mehr als die bisher eingesetzten Propellermaschinen. In der Einführungsphase sind rund 60 Prozent der Tickets für 184 oder 222 Euro zu haben.

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