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Aktion „Erlebe Deine Stadt“  : Zu Hause zu Besuch

07.01.2013 15:52 Uhrvon
Mit Spreeblick. Saskia Pawlowicz (links) und Olaf Mamczek übernachteten im nhow-Hotel, spazierten am Ufer entlang und feierten bei der „Open Mic Night“ mit.Bild vergrößern
Mit Spreeblick. Saskia Pawlowicz (links) und Olaf Mamczek übernachteten im nhow-Hotel, spazierten am Ufer entlang und feierten bei der „Open Mic Night“ mit. - Foto: Georg Moritz

Am Wochenende entdeckten mehr als 5000 Berliner ihre Heimatstadt neu. Sie genossen den Luxus großer Hotels und gönnten sich manchen Spaziergang durch ihre Vergangenheit.

Olaf Mamczek und seine Freundin Saskia Pawlowicz aus Moabit gehen gern am Wochenende aus, auch die Gegend um die Oberbaumbrücke ist ihnen durch Besuche des Clubschiffs Hoppetosse und der Arenen in Treptow und am Ostbahnhof nicht fremd. Aber dass sie mit Cocktails in der Hand eine „totale Party“ erleben und danach gleich ins Bett fallen konnten, sei viel bequemer als sonst gewesen, freuten sich die beiden am Sonntag. Im Rahmen der Berliner Hotelaktion „Erlebe Deine Stadt“ hatte das Paar zum Sonderpreis im Friedrichshainer nhow-Hotel übernachtet und dessen „Open Mic Night“ besucht, bei der vor allem neue und wenig bekannte Bands in der Lobby spielen.

Trotz Schmuddelwetters spazierten Mamczek und Pawlowicz auch am Spreeufer hinter dem Hotel entlang, „so dicht kommt man sonst ja nicht heran“. Die Teilnahme an der Übernachtungsaktion für Berliner, zu der die Tourismusgesellschaft Visit Berlin zum dritten Mal eingeladen hatte, ist für den 49-jährigen Werbedesigner und die 50-jährige Justizbeamtin „schon ein Sport“. Bereits 2011 war es ihnen gelungen, auf dem stets überlasteten Internetserver ein Doppelzimmer zu buchen – damals im Fünf- Sterne-Hotel Concorde in der City West. Nun ließ sich das Paar von einem Musik- und Designhotel beeindrucken. Alles sei „mit Liebe zum Detail“ gestaltet. „Als Designer hat mich der Stil nicht erschrocken“, sagte Mamczek, und auch Pawlowicz fand die „gewöhnungsbedürftigen“ Farben im Zimmer – Pink und Lindgrün – dann doch ganz interessant.

Seltene Einblicke. Thomas Fellerhoff und seine Frau Karis lernten das Interconti kennen und sahen die City West nach Jahren wieder.Bild vergrößern
Seltene Einblicke. Thomas Fellerhoff und seine Frau Karis lernten das Interconti kennen und sahen die City West nach Jahren wieder. - Foto: Georg Moritz

Insgesamt übernachteten von Sonnabend bis Sonntag rund 5200 Berliner in 63 Hotels; samt Abendessen, Frühstück und Begrüßungsdrink kostete dies nur 55 Euro pro Person. Über einen ungewöhnlich ruhigen Abend im Hotel Intercontinental an der Budapester Straße freuten sich Thomas Fellerhoff und seine Frau Karis Buchholz-Fellerhoff – ausnahmsweise war keines ihrer fünf Kinder dabei. Auch sonst war der Abstecher in die City West eine Besonderheit für den 50-jährigen Bauingenieur und die 39-jährige Lehrerin, die in der Gemeinde Mühlenbecker Land nördlich von Berlin wohnen. Zum ersten Mal seit Jahren besuchten sie wieder das KaDeWe und spazierten durch Schöneberg. Von der Gegend um den Winterfeldtplatz war Thomas Fellerhoff aber „etwas enttäuscht, das hatte ich schöner in Erinnerung“. Manche nette kleine Läden seien Lokalen gewichen.

Im Interconti gefielen dem Paar die eleganten Zimmer und die Bar, ansonsten fanden sie das Haus „riesig, aber nicht gemütlich“. Der Wellnessbereich war wegen einer Modernisierung geschlossen – aber als Entschädigung bekamen die Eheleute ein besonders gutes Zimmer und eine Gratisflasche Champagner. „In Zukunft müssen wir so was regelmäßig machen“, sagten sie, nur in die City West ziehe es sie vorerst nicht mehr.

Im Hotel de Rome begrüßte Doorman Uwe Grünes (li.) Marlies Beier und Fritz Ziel.Bild vergrößern
Im Hotel de Rome begrüßte Doorman Uwe Grünes (li.) Marlies Beier und Fritz Ziel. - Foto: Georg Moritz

Etwa 270 Euro hätten Fritz Ziel und Marlies Beier aus Lankwitz normalerweise für ein Doppelzimmer im Hotel de Rome in Mitte zahlen müssen; die Übernachtung zum Sonderpreis bekam Ziel zu seinem 74. Geburtstag im Dezember von seiner 71-jährigen Lebensgefährtin geschenkt. Beide nutzten die Wellnessangebote und das Schwimmbad, genossen ein „fürstliches“ Dinner und ließen den Abend bei Klaviermusik in der Bar ausklingen. „Trotz der Größe ist es hier gemütlich“, fand Beier, für die es die erste Übernachtung in einem Luxushotel war. Mit fachkundigem Blick erkannte Ziel hier die „exzellente Bauausführung“ – als „Leiter der technischen Kontrollorganisation des Kombinats Tiefbau Berlin“ hatte er einst die Grundierung von Ost-Berliner Vorzeigebauten wie Fernsehturm und Palast der Republik überwacht.

Auf einen Spaziergang durch die östliche Stadtmitte verzichteten Beier und Ziel allerdings, „wir kennen das alles schon“. Sie denken aber schon an die nächste Hotelaktion und wollen dann wieder versuchen, einen der Plätze zu ergattern – am liebsten noch einmal im Hotel de Rome.

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