Berlin : Aktion "Noteingang": Auch Strieder ist dafür

Stadtentwicklungssenator Peter Strieder (SPD) ruft zur Unterstützung der antirassistischen Aktion "Noteingang" auf. Auch in Berlin gebe es viele Menschen, "die in ständiger Angst leben, auf offener Straße wegen ihres scheinbaren Andersseins von Neonazis bedroht und angegriffen zu werden", betonte er am Montag. Diesen Menschen müsse "unsere Solidarität sicher sein". Strieder appellierte an die Berliner, Mitbürgern im Notfall "couragiert zur Seite zu stehen".

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung beteiligt sich an der bundesweiten Aktion und weist dies seit Jahresbeginn mit entsprechenden Hinweisschildern an ihren Dienstgebäuden aus. Damit soll allen von rassistischen, ausländerfeindlichen oder rechtsradikalen Angriffen bedrohten Menschen signalisiert werden, dass ihnen hier in Notfällen Schutz gewährt wird. Bündnispartner bei dieser Aktion sind neben öffentlichen Institutionen auch Kirchen, Parteien und Organisationen sowie Bildungs-, Kultur-, Sozial- und Handelseinrichtungen.

Die "Aktion Noteingang" entstand ursprünglich nördlich von Berlin in Bernau. Antifaschistisch eingestellte Jugendliche wollten Geschäftstreibende zu einem Zeichen bewegen und gingen von Geschäft zu Geschäft. Nach und nach schlossen sich viele Gruppen aus der Antifa und autonomen Szene an. Die Initiative etablierte sich in rund einem Dutzend Orten in Brandenburg und versuchte, die Aktivitäten gegen Neonazis in den einzelnen Städten zu vernetzen. Im vergangenen Jahr wurde die Initiative sogar mit dem Friedenspreis der Stadt Aachen ausgezeichnet. Seitdem erhält die "Aktion Noteingang" auch Unterstützung von Kirchen und Parteien. Auch der Tagesspiegel hat sich mit einen "Noteingang"-Aufkleber am Verlagseingang beteiligt.

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