Berlin : Aktionäre wollen mehr Macht im Goya

André Görke

Im Nachtclub „Goya“ könnte es bald eine Kinderdiskothek geben. Auch ein eleganter Tanzabend für Paare sei vorstellbar, mit Musik aus den 20er Jahren. Diese Ideen jedenfalls entwickelt eine Gruppe im „Goya“, die sich die „Aktiven Aktionäre“ nennt. „Um unser Geld müssen wir uns keine Gedanken mehr machen, das ist quasi weg“, sagte einer der beiden Koordinatoren von den „Aktiven Aktionären“, Rüdiger Hunsdick, 54. „Uns geht es ums Grundkonzept vom Goya.“ Nach den Worten des Unternehmensberaters stünden „mehr als 300 Aktionäre“ hinter der Idee des Clubs. Zweiter Koordinator ist Klaus Karwat. Der 45-Jährige arbeitet als Übersetzer und Politikwissenschaftler. Auch er würde frisches Geld in den insolventen Club investieren, „aber nur unter einer neuen Führung“.

Die „Aktiven Aktionäre“ haben sich einen Tag nach dem Aufruf von Insolvenzverwalter Peter Leonhardt an die Öffentlichkeit gewandt. Dieser hatte am Dienstag in einem Schreiben an die 2700 Aktionäre um finanzielle Hilfe in Höhe von einer Million Euro gebeten. Das „Goya“ schreibe monatlich 100 000 Euro Verluste. Wenn die Aktionäre nicht Geld zuschießen oder ein Investor sich finanziell beteiligt, könnte der Club schon bald geschlossen werden. Die „Aktiven Aktionäre“ wollen nach der Neuwahl eines Aufsichtsrats den Betrieb an eine externe Betreibergesellschaft übergeben. „Wir haben keinen Gastronomen, der das machen könnte“, sagte Hunsdick.

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