Berlin : Aktionsprogramm für Strukturwandel: Bürgschaften für Handwerker

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Handwerk hat goldenen Boden, aber es stagniert in Berlin. Deshalb hat Wirtschaftssenator Wolfgang Branoner zusammen mit der Handwerkskammer ein umfangreiches Aktionsprogramm entwickelt, dem der Senat gestern seinen Segen gab. Damit will er den Handwerksbetrieben unter die Arme greifen und sie bei der Bewältigung des Strukturwandels unterstützen. Über die Kosten wollten sich der Wirtschaftssenator sowie der langjährige Präsident der Handwerkskammer, Hans-Dieter Blaese, nicht äußern. Nur so viel: Das Handwerk ist mit 28 000 Betrieben, 230 000 Beschäftigten und 23 000 Ausbildungsplätzen eine Säule der Berliner Wirtschaft.

Das Programm bedeutet eher eine Bündelung und Akzentuierung der bisherigen Förderungsaktivitäten. Ausgedehnt werden zum Beispiel die Liquiditätshilfen, für die der Wirtschaftssenator ohnehin einen Fonds hat. Die Meistergründungsprämie wird weitergezahlt. Sie beträgt 20 000 Mark für Meister, die einen Betrieb gründen. Stärkeres Gewicht wird auf die Beratung der Handwerksbetriebe gelegt, denn sie müssen sich auf neue Wettbewerbsanforderungen im Zuge der EU-Osterweiterung einstellen. Auslandspräsentationen, Messebeteiligungen, Informationstechnik und Internetpräsenz werden unterstützt, um "neue Märkte" zu erschließen.

Neu ist nach den Worten Branoners die Hilfe für Kooperationen von Handwerksbetrieben bei Großaufträgen. Das erklärt er so: Wenn sich zehn Handwerker einen Auftrag über eine Million Mark teilen, verlangen die Banken von jedem die Verbürgung über eine Million Mark und berechnen danach Zinsen und Gebühren. Das findet Branoner "nicht sinnvoll". Deshalb will der Senat mit Bürgschaften einspringen: "Die Banken sehen dann das Risiko anders."

Bläse äußerte sich zufrieden mit dem Konzept und wertete es als "Jubiläumsgeschenk zum 100-jährigen Bestehen der Handwerkskammer". Der Stand des Handwerks sei wie 1999: "Es hat sich nichts getan", abgesehen von einer leichten Zunahme der Arbeitsplätze um 0,5 Prozent.

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