Berlin : "Aktionstage" der Autonomen enden mit Krawall

Die „"Freiraumtage" der linken Szene haben mit Krawall begonnen, sie gingen auch mit Krawall zu Ende. Polizisten wurden attackiert, fünf Beamte verletzt. Seit Dienstag brannten mehr als 50 Fahrzeuge.

Jörn Hasselmann

FriedrichshainIn der Nacht zu Sonntag sind Beamte „massiv mit Steinen und Flaschen beworfen“ worden, teilte das Polizeipräsidium mit. Fünf Polizisten wurden verletzt. Sieben Randalierer, darunter eine Frau, wurden festgenommen. Nach Angaben der Polizei kamen fünf davon später wieder frei, zwei Randalierer sollten am Sonntag wegen schweren Landfriedensbruchs dem Haftrichter vorgeführt werden.

Gegen 0.30 Uhr brannte in der Singerstraße in Friedrichshain ein Daimler Chrysler, wenig später wurde ein Gewerkschaftsgebäude an und bewarfen das Gewerkschaftsgebäude von Verdi am Bona-Peiser-Weg mit Steinen, wobei Fensterscheiben zu Bruch gingen. Insgesamt waren in der Nacht rund 550 Polizisten im Einsatz. Vom Hubschrauber aus versuchte die Polizei, Zusammenrottungen der Randalierer zu erkennen. Am Sonntagnachmittag fand zum Abschluss der sechs „Freiraumtage“ eine Demonstration durch Prenzlauer Berg statt, an der 350 Menschen teilnahmen.

Es wurde mit Steinen und Flaschen geworfen

Am späten Samstagabend hatten sich rund 250 Menschen vor dem alternativen Zentrum „Köpi“ in Mitte auf der Straße und auf Gehwegen versammelt. Die Gruppe weigerte sich nach Angaben der Polizei, die Straße freizugeben und mit Steinen und Flaschen geworfen. Später versuchten Sympathisanten des linken Wohnprojekts, die Straße zu besetzen: Gegen 23 Uhr brachten 150 Personen den Verkehr zum Erliegen. Aus dieser Menge wurden danach mehrfach Flaschen auf die Beamten geworfen. Als die Polizisten zwei Männer und eine Frau wegen schweren Landfriedensbruchs festnahmen, wurden sie massiv mit Flaschen und Steinen beworfen. Später in der Nacht versuchte die Menge, die in der „Köpi“ feierte, einen Container auf die Fahrbahn zu schieben und anzuzünden, die Polizei verhinderte dies. Scharf wies das Polizeipräsidium Vorwürfe der Krawallmacher zurück, dass Beamte das Hausprojekt in der Köpenicker Straße „angegriffen“ hätten. Dies sei „ eine Umkehrung der Realität“, hieß es.

In Berlin fanden von Dienstag bis Sonntag so genannte „Freiraumtage“ der autonomen Szene statt, zu denen etwa 200 Autonome aus dem Bundesgebiet und dem Ausland angereist waren, um die Berliner Szene zu verstärken. Begonnen hatten die Krawalle am Dienstagabend, als die Polizei ein Stunden zuvor besetztes Haus am Michaelkirchplatz geräumt hatte. Mehrere Nächte in Folge hatte es anschließend eine Vielzahl von Brandanschlägen auf Autos gegeben. Dabei wurden weit über 50 Fahrzeuge zerstört oder beschädigt.

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