Aktionswoche : Gesicht zeigen gegen Rassismus

Am heutigen Montag beginnt die alljährliche Aktionswoche gegen Rassismus. Zahlreiche Lesungen und Partys stehen auf dem Programm.

Brigitte Reidinger

Berlin - Nein, „Gesicht zeigen!“ ist keine Casting-Show. Der Slogan ist der Name eines Vereins, der sich seit acht Jahren gegen Fremdenfeindlichkeit engagiert. Seitdem gibt es auch die jährlichen Aktionswochen gegen Rassismus, die am heutigen Montag beginnen. Geboten wird ein kulturelles Programm, das für das Thema Ausländerfeindlichkeit sensibilisieren soll.

„Holt sich die extreme Rechte unsere Jugend?“ – um diese Frage geht es heute um 19 Uhr in einer Podiumsdiskussion. Dabei setzen sich unter anderem der Autor und Journalist Toralf Staud, der Berliner CDU-Fraktionsschef Friedbert Pflüger und Sebastian Krumbiegel von den „Prinzen“ mit der Jugend- und Vereinsarbeit der NPD auseinander. Die Veranstaltung findet in der Repräsentanz der Dresdner Bank im Eugen-Gutmann-Haus am Potsdamer Platz statt, der Eintritt ist frei. Ebenfalls im Rahmen des Programm präsentieren heute die Zirkusschule Campara aus Madrid und die Staatliche Schule für Artistik Berlin im Wintergarten-Varieté an der Potsdamer Straße eine deutsch-spanische Gala (20 Uhr, Eintritt 18 Euro, ermäßigt 13).

Bis zum 23. März gibt es zahlreiche Filmvorführungen oder Lesungen, bei denen Regisseure, Schauspieler und Autoren zum anschließenden Gespräch einladen. So wird am Dienstag, 18. März, Karl-Otto Saur aus dem Buch „Er stand in Hitlers Testament“ lesen (City- Carrée Ostbahnhof, Koppenstraße 93, 19 Uhr, Eintritt frei. Anmeldung erbeten unter weis@gesichtzeigen.de). Saurs Vater war ein Vertrauter Hitlers und leitete bis Kriegsende das Hauptamt für Technik im Rüstungsministerium.

Der Film „Am Ende kommen Touristen“ zeigt die Arbeit der Gedenkstätte in Auschwitz aus der Sicht eines deutschen Zivildienstleistenden. Er wird am Donnerstag, 20. März um 20 Uhr im Anne- Frank-Zentrum in der Rosenthaler Straße 39 gezeigt, zum Publikumsgespräch lädt Regisseur Robert Thalheim (Eintritt frei).

Auch Unterrichtsstunden in Schulen, Theaterinszenierungen und Museumsprojekte behandeln die Themen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Das Ziel der Aktionswochen sei nicht, erklärte Neonazis eines Besseren zu belehren, sagt Sprecherin Katja Hübner. Vielmehr gehe es darum, die Zivilgesellschaft zu stärken.

Erstmals steigt in diesem Jahr die „Gesicht zeigen!“-Party am Sonnabend, dem 15. März im Ballhaus Ost (Pappelallee 15, Prenzlauer Berg, 22 Uhr. Eintritt 3 Euro).

Die Erlöse der Veranstaltungen kommen den Projekten des Vereins zugute, der sich nur über Spenden finanziert. „Gesicht zeigen!“ wurde im Jahr 2000 vom damaligen Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye und dem damaligen Präsidenten des Zentralrats der Juden, Paul Spiegel, gegründet. Brigitte Reidinger

Das Programm im Internet:

www.gesichtzeigen.de

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