Berlin : Alarm royal

Elisabeth Binder

freut sich auf eine altbekannte Berlin-Besucherin Dreimal ist nicht genug. Als die britische Königin beim Staatsbesuch 1992 durchs Brandenburger Tor schritt, sollte das eigentlich die abschließende Krönung ihrer Berlin-Besuche sein. Mehr als drei Staatsbesuche im selben Land mache die Queen eigentlich nicht, hieß es damals. Aber wie sagt der Filmspion Ihrer Majestät so schön? „Sag niemals nie.“ Als Bundespräsident Horst Köhler Elizabeth II. gestern einlud, zu einem weiteren Staatsbesuch nach Deutschland zu kommen, sagte sie gleich zu. Für Fans royalen Glamours ist der traurige November damit gerettet. In Berlin gibt es jede Menge Veteranen, die sich an die frühen Visiten der britischen Queen erinnern. Bei den beiden ersten Besuchen 1965 und 1978 brachte sie mit ihrem Glanz nicht nur monarchisch tickende Herzen in Schwung. Die höchsten Repräsentanten der West-Alliierten und ihre Bekenntnisse zu West-Berlin waren damals wichtige Signale der Hoffnung für die geteilte Stadt. Auch an zwei Arbeitsaufenthalte ohne das große Protokoll eines Staatsbesuchs werden sich ihre Anhänger erinnern: 1987 kam sie zur 750-Jahr-Feier und 2000 zur Eröffnung der britischen Botschaft. In der Botschaft wurde zwei Jahre später ihr 40-jähriges Thronjubiläum groß gefeiert. Nur Experten für die so lange von komplizierten Statusfragen geprägte Vergangenheit Berlins werden sich indes erinnern, warum man den letzten Staatsbesuch 1992 auch als Auftakt einer Trilogie betrachten könnte. Bis zur Wiedervereinigung war sie ein bisschen ja auch Königin der Bezirke im britischen Sektor. Lange her. Egal in welcher Rolle sie kommt, ihre Fans sind zur Stelle. Auch mit weniger Berlin-Bezügen würde der majestätisch inszenierte Glamour einer Legende magnetische Wirkung erzielen.

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