Berlin : Alexander Kaczmarek im Interview: "Wir sind keine Erbmonarchie"

Klaus Landowsky räumt nach zehn Jahren seinen

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Die Landowsky-Affäre Der CDU-Kampf um die Nachfolge von Fraktionschef Klaus Landowsky geht weiter. Zur Debatte stehen der stellvertretende Fraktionschef Frank Steffel und Fraktionsgeschäftsführer Alexander Kaczmarek. Eberhard Diepgen, dessen Favorit Steffel ist, hält als Parteichef an seinem Anspruch auf den Personalvorschlag fest. Kaczmarek betont die Entscheidungsfreiheit der Fraktion.

Klaus Landowsky räumt nach zehn Jahren seinen Stuhl als CDU-Fraktionschef. Wann findet denn der Wechsel statt?

Noch ist Klaus Landowsky nicht zurückgetreten. Er bestimmt den Zeitpunkt. Über die Nachfolge und den Termin des Wechsels reden wir mit Sicherheit Anfang Mai in unserer Fraktionsklausur in Kloster Banz.

Die CDU-Fraktion macht den Eindruck von Diadochenkämpfen. Warum der Unmut, obwohl Eberhard Diepgen und Landowsky den stellvertretenden Fraktionschef Frank Steffel am 7. April als Nachfolger empfohlen haben?

Wir sind eine selbstbewusste Fraktion von gestandenen Abgeordneten. Natürlich darf jeder Wunschkandidaten nennen, aber das Recht, über ihr Spitzenpersonal selbst zu entscheiden, lässt sich die Fraktion nicht nehmen. Wir sind keine Erbmonarchie. Daher kann ich keine Diadochenkämpfe feststellen. Dass auch emotional diskutiert wird, wenn die Ära einer dominierenden Persönlichkeit zu Ende geht, ist völlig normal.

Auch Sie sind von Fraktionskollegen zur Kandidatur ermuntert worden. Treten Sie an, und lassen Sie es auf eine Kampfkandidatur mit Steffel ankommen?

Über meine mögliche Kandidatur rede ich mit meinen Fraktionskollegen direkt und erst danach in der Öffentlichkeit. Grundsätzlich gehören Kampfkandidaturen zum demokratischen Geschäft. Übrigens gibt es offiziell überhaupt noch keine Kandidatur.

Wollen Sie notfalls zum neuen stellvertretenden Fraktionschef und ersten Fraktionsgeschäftsführer aufrücken?

Darüber mache ich mir keine Gedanken. Ich sehe auch keine Probleme bei der Zusammensetzung der Fraktionsspitze. Dort haben wir eine gute Mischung von jungen und erfahrenen Kollegen. Durch den Chef-Wechsel muss sich daran nichts ändern.

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