• Alexander von Schönburg und sein neues Buch: Von Thurn und Taxis und reichen Chinesen

Alexander von Schönburg und sein neues Buch : Von Thurn und Taxis und reichen Chinesen

Alexander von Schönburg hat ein Buch über Smalltalk geschrieben – mit viel Namedropping, wilden Theorien und einigen amüsanten Anekdoten aus dem Adelsleben.

von
Boulevard-Autor und Adelsmitglied Alexander von Schönburg
Boulevard-Autor und Adelsmitglied Alexander von SchönburgFoto: dpa/ Düren

Snobismus ist eine Krankheit, die mit dem Alter offenbar schlimmer wird. Die rasch galoppierende Variante muss sich Alexander von Schönburg eingefangen haben. Am Montag will er sein neues Buch zum Thema „Smalltalk. Die Kunst des stilvollen Mitredens“ zusammen mit dem Moderator Jörg Thadeusz in der Bar Jeder Vernunft vorstellen. Das Stadtschloss ist ja leider noch nicht fertig.

Vielleicht hat es damit zu tun, das Schönburg einer Familie entstammt, die nach dem Motto lebt „Tu felix Austria nube“. Eine Schwester ist mit einem Flick verheiratet, eine andere unter dem Namen Gloria Fürstin von Thurn und Taxis unterwegs. Zwar ist auch Schönburg mit Irina Prinzessin von Hessen verheiratet und damit weitläufig mit Prinz Charles verwandt. Er muss sich aber seinen Lebensunterhalt mühsam verdienen, nicht nur durchs Bücherschreiben, sondern auch bei einer Boulevardzeitung.

Gegenüber Normalos hat der Autor natürlich einen Vorsprung in Sachen Familienanekdoten. So bringt er in einem Gespräch über die schöne digitale Welt solche Sätze unter: „Das Internet erfunden hat nämlich die Familie Thurn und Taxis, dessen gegenwärtiger Chef, mein Neffe Albert, ironischerweise per Mail in der Regel schwer erreichbar ist. Thurn und Taxis war lange, was Google heute ist...“. Subtil geht anders, aber amüsant klingt es trotzdem. „Hotels sind ein natürliches Auffangbecken für Adelige, deren Familien den Zenit ihrer Bedeutung überschritten haben“, schreibt er später. Die Schattenseiten erklärt er auch: „Wenn man reichen Chinesen höflich erklären muss, dass es nicht okay ist auf die schönen Teppiche zu kacken“. Am Ende des streckenweise lustigen Kapitels über Helmut Schmidt schreibt Schönburg „Blasiertheit ist etwas, das man sich erst verdienen muss.“ Mit 45 fühlt sich der Vater von drei Kindern offenbar älter, als er ist.

Wer tatsächlich Smalltalk lernen will, sollte bitte einen großen Bogen um dieses Buch machen. Wer sich einfach nur amüsieren und unterhalten lassen und dabei einen Blick in die Abgründe der Blasiertheit werfen will, sollte es unbedingt ganz oben auf seiner Liste platzieren.

Stars und Sternchen
Entertainer Hape Kerkeling (50) war nach eigenen Worten nie wirklich gern im Fernsehen. „Ich bin ausgelutscht worden von der Unerbittlichkeit, ich war auch viel zu oft im Fernsehen“, sagte Kerkeling dem „Spiegel“. „Und wenn Sie mich jetzt fragen, ob ich mich wohlgefühlt habe in meinen Shows, dann lautet die Antwort: nein.“ Schon 1984, als er für eine Show das erste Mal ein Fernsehstudio betreten habe, habe er ans Aufhören gedacht. „So gern ich das gemacht habe, so skurril fand ich den Umgang, den manche Menschen miteinander pflegten. Ich hatte nicht vermutet, dass es beim Fernsehen so zugeht, wie ich dachte, dass es nur beim Militär geschehe.“ Ihm sei deswegen bereits damals klar gewesen: „Das mache ich nicht ewig. So schnell ich kann, will ich da wieder raus. Und das waren halt jetzt 30 Jahre.“ (dpa)Weitere Bilder anzeigen
1 von 167Foto: dpa
05.12.2015 12:14Entertainer Hape Kerkeling (50) war nach eigenen Worten nie wirklich gern im Fernsehen. „Ich bin ausgelutscht worden von der...

Denn das Metier der Unterhaltung beherrscht Schönburg seit seiner Zeit als Teil des berühmten popkulturellen Literaten Quintetts, das rund um die Jahrtausendwende von sich reden machte. Da das auch die Hochzeit der Partyluder war, in der höhere Töchter wie Ariane Sommer es lustig fanden, in Schokolade zu baden, ist es wohl kein Zufall, dass er ausgerechnet Paris Hilton als persönliche Lehrmeisterin in Sachen Small Talk verehrt. Das wirkt heute ein bisschen altmodisch, passt aber zum Geist jener verrückten Jahre.

Herrlich hingegen, wie Schwager Johannes von Thurn und Taxis Franz Beckenbauer bei einer Begegnung in New York angeblich für einen Tischtennisspieler hält. An dieser Stelle sollte erwähnt werden, dass jeder, der die Kunst des Namedroppings nach Art der chinesischen Folter lernen möchte, dieses Buch mit großem Gewinn lesen wird.

Bar Jeder Vernunft, 2. Februar, 20 Uhr, Vorverkauf 17 Euro, Abendkasse 14,80 €.

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

Autor

1 Kommentar

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben