Berlin : Ali Baba stoppte in der Luft

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Für "Ali Baba" endete der Weihnachtsmarkt am Alexanderplatz mit einem hässlichen Geräusch. Das Karussell in Form eines überdachten fliegenden Teppichs stand still - in rund acht Metern Höhe hatte am Samstagabend die Mechanik blockiert. Die neun Fahrgäste - vier Kinder und fünf Erwachsene - saßen fest. Die Feuerwehr rettete die Insassen mit der Drehleiter. Nach rund einer Stunde unfreiwilligen Aufenthalts in luftiger Höhe hatten sie gegen 20.30 Uhr wieder festen Boden unter den Füßen. Verletzt wurde niemand.

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Es war der zweite Zwischenfall an einem Fahrgeschäft innerhalb von wenigen Tagen. Am 15. Dezember waren, wie berichtet, die 28 Gondeln des "Ikarus" in etwa 15 Metern Höhe stehen geblieben. Ursache war ein defekter Schalter im Wert von 70 Mark, sagte Weihnachtsmarkt-Pressesprecherin Kerstin Kliemt gestern. Die zumeist jugendlichen Besucher mussten über eine Stunde ausharren, ehe sie gerettet wurden.

Was am Samstagabend zu dem Defekt bei "Ali Baba" führte, ist derzeit noch ungeklärt. Der Betreiber, ein Berliner Schausteller, hatte die Gondel am Freitagabend nach der Rettungsaktion offenbar per Hand wieder auf den Boden kurbeln können. Das Fahrgeschäft war gestern noch nicht wieder in Betrieb. Erst müsse die Ursache geklärt werden, sagte Kerstin Kliemt. Das Karussell stammt aus dem Jahr 1996 und hat sechs Sitzbänke mit insgesamt 24 Plätzen. Es werde alle zwei Jahre technisch überprüft. Das bezirkliche Bauamt habe den ordnungsgemäßen Aufbau und die Einhaltung der technischen Vorschriften überprüft.

Den neun Fahrgästen wurden während des unfreiwillig langen Aufenthalts in der stecken gebliebenen Gondel Decken und warme Getränke gereicht. Trotz aller Widrigkeiten hätten die Besucher Glück gehabt: Es habe nicht geregnet und nicht geschneit und die Gondel sei überdacht, sagte Kerstin Kliemt. Die Feuerwehr sei benachrichtigt worden, nachdem ein Vater verlangt hatte, mit seinen beiden Kindern die Gondel über eine normale Leiter verlassen zu können. Diese Art des Abstiegs wurde aber abgelehnt, denn sie sei weitaus gefährlicher als auszuharren und zu warten, bis die Gondel über eine von Hand zu bedienende Mechanik auf den Boden gebracht worden sei oder die Feuerwehr eintrifft. Deren Rettungsaktion habe allerdings Zeit erfordert, denn der Leiterwagen musste sich erst den Weg durch die engen Gassen zwischen den Buden bahnen und dann musste das Fahrzeug noch standsicher aufgebaut werden.

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