Alkohol bei Jugendlichen : Zahl der Komasäufer steigt in Berlin wieder

In Berlin steigt die Zahl jugendlicher Komasäufer laut einer Studie der Krankenkasse DAK. In Brandenburg sieht die Lage hingegen anders aus.

Veronique Rüssau
Das exzessive Trinken unter Berlins Jugendlichen nimmt laut einer Studie der Krankenkasse DAK zu.
Das exzessive Trinken unter Berlins Jugendlichen nimmt laut einer Studie der Krankenkasse DAK zu.Foto: dpa

Sie sind jung, sie testen ihre Grenzen aus, sie trinken, bis sie die Kontrolle über ihre Körper komplett verlieren. Wieder ist die Zahl der Berliner Jugendlichen, die mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert wurden, gestiegen. 2012 erfasste das Statistische Landesamt im Vergleich zum Vorjahr neun Prozent mehr so genannte Komasäufer. „409 Jugendliche mussten 2012 stationär in Kliniken behandelt werden, weil sie zu viel Alkohol konsumiert hatten“, teilte Frank-Rainer Quander von der Deutschen Angestellten-Krankenkasse DAK- Gesundheit mit.

Waren es 2003 den Angaben zufolge 194 jugendliche Patienten, habe sich die Zahl bis heute mehr als verdoppelt. „Seit 2003 konnten wir einen kontinuierlichen, jährlichen Anstieg erkennen, mit Ausnahme des Jahres 2011, in dem die Zahl leicht gesunken war“, sagt Quander. Bei den zehn bis 15-Jährigen mussten 78 Berliner wegen eines Alkoholrausches behandelt werden. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutete dies ein Rückgang um zehn Prozent. Bei den 15- bis unter 20-Jährigen sei die Zahl aber enorm gestiegen. Sie kletterte von 289 auf 331, also um mehr als 14 Prozent. Dabei handelte es sich um fast ebenso viele Mädchen wie Jungen.

„In der bisherigen Statistik fehlen noch die Kinder und Jugendlichen aus Berlin, die im vergangenen Jahr in den anderen Bundesländern behandelt wurden“, sagt Steffi Steinicke, Landeschefin der DAK-Gesundheit in Berlin. „Deshalb wird die endgültige Zahl jugendlicher Komasäufer im Land noch höher liegen.“

Situation in Brandenburg

Anders sieht es in Brandenburg aus: Dort sank die Zahl der Alkoholmissbräuche bei Jugendlichen leicht – um ein Prozent. Insgesamt wurden den Angaben zufolge 413 Betroffene gezählt, davon 93 im Alter zwischen zehn und 15 Jahren. In dieser Alterskategorie stieg die Zahl im Vergleich zu 2011 sogar um vier Prozent.

Die DAK setzt mit der Kampagne „bunt statt blau“ auf Aufklärung. Jugendlich zwischen zwölf und 17 Jahren sollen Plakate mit Botschaften gegen das Rauschtrinken entwerfen. Seit 2010 nahmen bereits 52000 Schüler an der Präventionskampagne teil.

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