Berlin : Alkoholverbot rund um Fernsehturm Bezirk will

Parkordnung erlassen

Betrunkene Jugendliche soll es rund um den Fernsehturm künftig nicht mehr geben. Für das Gebiet zwischen S-Bahnhof und Neptunbrunnen ist laut Baustadtrat Ephraim Gothe (SPD) ein Alkoholverbot geplant. Grund sei die starke Zunahme von jugendlichen Trinkern an diesem Ort. Diese hinterließen oft Müll. „Abends und an den Wochenenden ist der Bereich von Glasscherben übersät“, sagt etwa Christina Aue, Geschäftsführerin der TV Turm Alexanderplatz GmbH. „Hier findet regelrechtes Massentrinken statt“. Weil sich Gäste davon gestört fühlten, hat sie seit vier Wochen eine Sicherheitsfirma angestellt.

Auch Marcel Stuck, der in den Rathauspassagen wohnt, kennt das Problem seit langem. Die Grünflächen seien zum Treffpunkt von bis zu 200 Jugendlichen pro Abend geworden. „Es ist laut und ständig zugemüllt. Seit etwa zwei Jahren wird das immer mehr, und angepöbelt wurde ich auch schon.“

Deshalb arbeitet der Bezirk nun an einer Parkordnung für das rund 56 000 Quadratmeter große Gebiet aus Grünanlagen und Freiflächen am Turm, die noch dieses Jahr erlassen werden soll. Momentan können Polizei und Ordnungsamt nämlich weder Flaschen beschlagnahmen noch Platzverweise aussprechen. Weder Anwohnern noch Touristen sei das massive Trinken aber länger zuzumuten, so Gothe.

Mit den Eigentümern des Fernsehturms und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung sei man außerdem im Gespräch, bis zum Sommer die marode Beleuchtungsanlage zu erneuern und die Freiflächen neu zu gestalten. Die Kosten schätzt Gothe auf etwa 700 000 Euro.

Seit einer Woche nimmt sich auch der Verein Gangway dem Problem an: Sechs Jugendliche säubern gegen eine Aufwandsentschädigung jeden Tag den Platz. Die Idee zu „Clean Up am Alex“ entstand vor einigen Monaten in Zusammenarbeit mit Anwohnern und Gewerbetreibenden, die das Projekt auch finanzieren. „So werden diejenigen, um die es hier geht, direkt mit einbezogen“, sagt Ulf Siegel, Straßensozialarbeiter bei Gangway. Viele Gewerbetreibende am Turm begrüßen die zukünftige Parkordnung. „Wir hatten schon einige platte Reifen wegen den Scherben“, sagt beispielsweise Susann Anna, Geschäftsführerin des Fahrradverleihs „Fat Tire“. pth

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