Alkoholverbot : Schluss mit Suff am Alex

Künftig soll es keine Trinkgelage mehr am Alexanderplatz geben. Das Bezirksamt Mitte verhängt ab Januar ein Alkoholverbot auf großen Teilen des Areals unter dem Fernsehturm. Um die Regelung durchzusetzen, stellt der Bezirk 50 neue Kontrolleure ein.

Christoph Stollowsky
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Gegen das Trinken in der Öffentlichkeit. Das Bezirksamt Mitte hat für das Areal zwischen Bahnhof Alexanderplatz und...Foto: ddp

Selbst eisiger Wind konnte die große Stehparty am Alexanderplatz in den vergangenen Wochen nicht verhindern: Vor allem an Freitagabenden trafen sich bis zu 200 Jugendliche im Park zwischen Fernsehturm und Neptunbrunnen zu regelrechten Saufgelagen. Doch nun will das Bezirksamt Mitte gegen den exzessiven Alkoholkonsum mit einer Parkordnung massiv vorgehen. Am Dienstag verabschiedeten die Stadträte ein Alkoholverbot für den Alex. Spätestens ab 2009 darf zwischen Gontard- und Spandauer Straße sowie am Marx-Engels-Forum niemand mehr öffentlich zur Flasche greifen.

Ein entsprechendes Alkoholverbot wurde zugleich auch für den Weddinger Leopoldplatz, den Blochplatz in Gesundbrunnen und den Moabiter Ottopark beschlossen, wo allerdings eher sozial Schwache zur Flasche greifen. Das Verbot am Alex begründete Stadtrat Ephraim Gothe (SPD) mit der „erschreckenden Zunahme des Alkoholkonsums“ bei Jugendlichen. Man wolle nicht tatenlos zusehen, wie sich junge Leute „vollaufen lassen“. Außerdem hätten sich Touristen und Anwohner über die Saufgelage beschwert. Danach sei das Gelände mit Müll und Scherben übersät und stinke nach Urin.

Mit der neuen Parkordnung können Alkoholisierte vom Gelände verwiesen werden. Kontrolleure werde das Ordnungsamt in ausreichender Zahl losschicken, hatte Stadtrat Gothe schon vor einiger Zeit erklärt. Der Bezirk stelle bis zum Jahresende 50 neue Leute ein. Zugleich sei man sich aber bewusst, „dass die Alkoholprobleme von Jugendlichen mit Verboten alleine nicht aus der Welt zu schaffen sind“. Die große Party der Szenejugendlichen wie Punks oder Gothics werde vermutlich „teilweise nur in angrenzende Bereiche verdrängt“. Dennoch hält der Bezirk das Verbot für einen ersten wichtigen Schritt, dem „vorbeugende Maßnahmen“ gegen Alkoholmissbrauch folgen sollen.

Auch in anderen Berliner Bezirken und in Brandenburg wurden bereits entsprechende Alkoholverbote erwogen oder ausprobiert. In der Spandauer Altstadt scheiterte ein Verbot im Sommer dieses Jahres am fehlenden Kontrollpersonal.

In Charlottenburg lehnt Ordnungsstadtrat Marc Schulte (SPD) ein Alkoholverbot für den Breitscheidplatz kategorisch ab. „Damit verdrängen wir die Probleme, lösen sie aber nicht.“ Der Bezirk setze stattdessen „auf mehr Aufklärungskampagnen“.

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