All Nations Festival : Der Tanz der Inseln

Auf Weltreise durch Berlin: Beim zehnten All Nations Festival öffnen viele Botschaften ihre Türen, darunter auch Indonesien.

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Indonesien ist nicht nur Bali. Eddy Pratomo, Botschafter des südostasiatischen Inselreichs, will beim Festival die Vielfalt seines Landes zeigen.
Indonesien ist nicht nur Bali. Eddy Pratomo, Botschafter des südostasiatischen Inselreichs, will beim Festival die Vielfalt seines...Foto: Kitty Kleist-Heinrich

BerlinDie Riesenechse, zwei Meter groß, blickt zu einer Gruppe tanzender Indonesierinnen. Nur wenige Meter neben dem Komodowaran üben jungen Frauen Pendet, den Tanz der Insel Bali. Das an sich giftige und sehr bissige Wesen kümmert sie nicht, es ist nur aus Kunststoff und steht im ersten Stock der Indonesischen Botschaft in der Lehrter Straße 16 in Moabit. Wie der Tanz ist die Plastikechse am Sonnabend für alle Berliner zu sehen, wenn die Botschaft im Rahmen des All Nations Festivals ihre Türen öffnet.

26 Botschaften, Kulturinstitute und das Europäische Haus bitten am Tag der offenen Botschaftstüren zur Weltreise innerhalb Berlins. Tee trinken in Malawi, traditionelle Tänze in Bolivien angucken und Märchen in Irland lauschen, und das alles innerhalb von sieben Stunden? Kein Problem, da geht sogar noch viel mehr. Das Sultanat Brunei serviert landestypische Speisen, und nach einer Tasse Gewürztee in Nepal geht es weiter zur Marionettenausstellung nach Rumänien. Und in Bangladesch können die Berliner lernen, wie ein Sari um den Körper gewickelt wird. Mit Bus und U-Bahn können die Besucher quer durch die Kontinente düsen und in den Botschaften die Länder kennenlernen. Acht sind zum ersten Mal dabei, darunter Rumänien, Irland und Ruanda.

Passend zum zehnjährigen Jubiläum des Festivals heißt das Motto „GeburtstagJubiläum“. Doch die Veranstalter der Berliner Gesellschaft für internationale Begegnung haben noch einen Grund zum Feiern: Das Festival wurde beim Wettbewerb der Standortinitiative „Deutschland – Land der Ideen“ als „Ausgewählter Ort 2010“ ausgezeichnet.

Seit dem ersten Festival haben 80 der über 140 diplomatischen Vertretungen in der Stadt teilgenommen. Einige der teilnehmenden Länder feiern in diesem Jahr selbst Jubiläum. Namibia ist seit 20 Jahren unabhängig, Mosambik noch 15 Jahre länger, Mali gar seit 50 Jahren. „Selamat Ulang Tahun“ würden die Indonesier sagen, so lautet der Geburtstagswunsch auf den 17 500 Inseln zwischen Pazifischem und Indischem Ozean.

Keine typische Geburtstagsfeier in dem Inselstaat kommt ohne Nasi Kuning aus, einer Pyramide aus gelbem Reis, umrundet von Fleisch und Gemüse. „Das Gericht symbolisiert einen Haufen Gold und steht für ein gutes Schicksal, Reichtum und Würde“, erklärt der indonesische Botschafter Eddy Pratomo. Wie das genau aussieht, können die Gäste am Sonnabend sehen. Seit zwei Monaten bereiten sich die Indonesier vor, Eddy Pratomo will die Vielfalt seines Landes zeigen: „Indonesien ist nicht nur Bali.“

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