Berlin : Alle Billys sind schon da

In neun Tagen öffnet Berlins dritter Ikea – am Sachsendamm in Schöneberg

Matthias Oloew

Rund 5000 Billys liegen bereit. Auch die Teelichter Glimma (die meistverkaufte Ware) türmen sich zu Tausenden in der Auslage. Fast alle der 9500 Artikel, die Ikea im Angebot hat, liegen schon in den Regalen des neuen Marktes im Tempelhof. Tempelhof? Streng genommen liegt der neue Laden, der in eineinhalb Wochen öffnet, in Schöneberg. Aber in der Ikea-Zentrale in Wallau bei Frankfurt sind die Marketingstrategen über den Doppelnamen des fusionierten Bezirks gestolpert. „Tempelhof-Schöneberg passte nicht in unsere Werbekampagne, das war zu lang“, sagt Ikea-Sprecherin Sabine Nold, „da haben wir den hinteren Teil des Namens weggestrichen.“ Deshalb liegt Ikea-Schöneberg jetzt in Tempelhof.

Drei Ikea-Läden in einer Stadt, das gibt es sonst nirgends. Aber es ist konsequent. Denn die Berliner lieben das schwedische Möbelhaus. 90000 sind Mitglieder der Ikea-Family und damit treue Kunden. So viele gibt es in keiner anderen deutschen Stadt. Natürlich ist das neue Haus mit 21000 Quadratmeter Verkaufsfläche das bisher größte in Deutschland, das auf dem Gelände des ehemaligen Reichsbahn-Ausbesserungswerkes entstanden ist. Am 27. November ist Eröffnung. Dann gehen ab 8 Uhr die Türen für Normalsterbliche am Sachsendamm 47 zum ersten Mal auf. Die Stammkunden dürfen schon zwei Tage früher rein. Am 25. sind die Family-Mitglieder eingeladen, das Haus zu beschnuppern und einzukaufen, Eröffnungsschnäppchen wie das Etagenbett Hestveda zum Beispiel.

Ob ein Besuch am Eröffnungstag wirklich empfehlenswert ist? Zwischen 40000 und 45000 Besucher erwartet Ikea, da ist das Verkehrschaos schon absehbar. Zur Autobahnabfahrt Alboinstraße sind es nur wenige hundert Meter und Parkplätze sind knapp. „1000 Parkplätze hätten wir mehr gebrauchen können“, erklärt Sprecherin Lu Grandel. Aber die waren auf dem Grundstück nicht mehr unterzubringen. Stattdessen hat Ikea Parkplätze anderswo gemietet. Zum Beispiel am Flughafen Tempelhof, in Höhe des Bayernrings. Von dort fahren dann 20 Shuttle-Busse zum Sachsendamm und stehen wahrscheinlich im Stau, so wie die BVG-Busse der Linien 146 und 204, die das Haus anfahren. Ratsam ist da wohl die S-Bahn. Von der Station Papestraße ist es ein kurzer Fußmarsch.

Mit dem neuen Haus will Ikea auch neue Käuferschichten erschließen. Zum Beispiel türkischstämmige Familien. Die machen nämlich immer noch einen Bogen um Ikea und kaufen lieber bei Höffner. Das soll jetzt anders werden. Ikea hat einer türkischen Familie blonde Perücken aufgesetzt und fotografiert – für die Plakatkampagne. Und junge Leute sollen wieder öfter kommen. Für sie gibt es eine neue Lounge-Fläche mit kleiner Bühne, Chill-Out-Zone und vielen bunten Dingen, die sich Teenies leisten können.

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