Berlin : Alle in einem Boot

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Die Zukunft des Tempelhofer Hafens am Teltower Kanal wird jetzt entschieden. Die Bezirksstadträtin für Gesundheit, Stadtentwicklung und Quartiersmanagement, Elisabeth Ziemer, stellte ein Gutachten vor, das einen „Mix aus Gewerbe, Wohnen, Dienstleistung und Kultur“ empfiehlt. Der Denkmalschutz spielt eine wichtige Rolle, das am Hafen gelegene Speichergebäude darf nicht abgerissen werden. Diese Vorgaben hatten der Ufa-Fabrik, die sich um das Projekt bemüht, bisher gefehlt, um ein Konzept zu erstellen.

Seit zwei Jahren ist das von der Ufa-Fabrik unterstützte Architekturbüro mit der Entwicklung des „Hafens der Kulturen“ beschäftigt. Neben dem Umbau des Speichergebäudes in ein Kultur-, Gewerbe- und Einkaufscenter, möchte das Büro auch ein Jugendhotel, eine Wasserbühne und ein Freilichtkino auf dem Areal unterbringen. Neben einem Markt für regionale Produkte soll es einen Solarbootverleih geben. „Wir haben Finanzpartner und Investoren, doch der Bezirk muss entscheiden“, sagt der Projektleiter Michael La Fond. n will er aber nicht nennen.

Um den Entscheidungsprozess voranzutreiben, hat Stadträtin Ziemer nun einen Runden Tisch gegründet, der monatlich zusammenkommen soll. Die hohe Teilnehmerzahl von rund 70 Personen beim ersten Treffen zeigt, wie groß das Interesse ist. Im Sommer soll das Projekt „Hafen Tempelhof“ ausgeschrieben werden. Unter den Bewerbern ist auch der Projektentwickler ECE, der zum Beispiel die Potsdamer Platz Arkaden betreibt.

Doch die Projekte müssen nicht nur dem Bezirk gefallen, auch die Besitzer des Hafens – drei Landkreise aus Brandenburg – haben ein Wörtchen mitzureden. Teltow-Fläming, Lausitz-Dahme-Spree und Potsdam-Mittelmark sind die Rechtsnachfolger des Kreises Teltow, der den gleichnamigen Kanal 1901 anlegte. Während Teltow-Fläming und Lausitz-Dahme-Spree das Areal verkaufen wollen, hat sich Potsdam-Mittelmark noch nicht entschieden. Ob sich Investoren aber auf ein Erbpachtverhältnis mit dem Landkreis einlassen werden, gilt als fraglich. viv

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