• Alle Mühen umsonst: Spreequell verlässt Berlin endgültig Produktion zieht nach Brandenburg Nur Vertriebsgesellschaft bleibt

Berlin : Alle Mühen umsonst: Spreequell verlässt Berlin endgültig Produktion zieht nach Brandenburg Nur Vertriebsgesellschaft bleibt

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Berlin. Der Mineralwasser-Abfüller Spreequell verabschiedet sich trotz monatelanger Bemühungen des Senats aus Berlin. Wie der Mutterkonzern Brau und Brunnen am Dienstag in Dortmund mitteilte, wird die Produktion wie geplant im Laufe der nächsten zehn Monate nach Brandenburg verlagert. Damit ist der rot-rote Senat mit seinen Anstrengungen gescheitert, das Unternehmen mit insgesamt 100 Beschäftigten in Berlin zu halten. Nach dem März 2003 will Spreequell nur noch eine Vertriebsgesellschaft mit 25 Beschäftigten in der Hauptstadt lassen. Das Aus für den Produktionsstandort Berlin-Weißensee war bereits vor zwei Monaten beschlossen worden.

In den vergangenen Wochen hatte unter anderem Wirtschaftssenator Gregor Gysi (PDS) immer wieder versucht, den einzigen Berliner Brunnenbetrieb zum Bleiben zu bewegen. Letztlich entschied sich der Aufsichtsrat des Mutterkonzerns aber doch für die Zusammenarbeit mit dem Partner in Brandenburg. Nach Firmenangaben hat Spreequell in den vergangenen Jahren mehr als 40 Millionen Euro Verlust gemacht. Die Anlage in Weißensee gilt als veraltet. Dort kann nur in Glasflaschen abgefüllt werden und nicht in PET-Flaschen, die immer mehr gefragt sind. Hervorgegangen ist Spreequell aus dem DDR-Getränkekombinat Berlin.

Die endgültige Schließung begründete die Brau und Brunnen AG mit dem Investitionsrisiko von etwa 22 Millionen Euro und einer erheblich schlechteren Ertragssituation. „Trotz Zugeständnissen der Mitarbeiter in Gehaltsfragen und einem größtmöglichen Entgegenkommen des Berliner Wirtschaftsenats“ sei aus betriebswirtschaftlichen Gründen in Berlin nur noch eine Vertriebsgesellschaft möglich. Nach Abwägung aller Aspekte müssten Produktion und Abfüllung zum 31. März 2003 geschlossen werden, hieß es. dpa

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