Berlin : Alle naselang Zürich

Schweizer Nationalfeiertag Unter den Linden: Berliner durften riechen und schmecken

Lisa Garn

Der Ansturm auf das Geschnetzelte begann Punkt 12 Uhr. Die „Züri-Schnure“ war heiß begehrt bei den Berlinern, die gestern Unter den Linden den Nationalfeiertag der Schweiz feierten. Übersetzt heißt „Züri-Schnure“ so viel wie „Züricher Schnauze“. Eigens für Berlin war die Variante der Schweizer Spezialität kreiert worden: Statt mit Rösti wurde das Geschnetzelte wie Döner im Brot serviert. Dazu gab es ein Tröpfchen Riesling und Sylvaner aus der Staatskellerei Zürich – kostenlos wie die „Züri-Schnure“.

Gestern begingen die Eidgenossen zum 715. Mal ihren Nationalfeiertag. Die Schweizer Botschaft lud beinahe schon traditionell zum großen Fest ein. Erstmals konnten die Besucher auch auf dem Mittelstreifen vor dem Haus der Schweiz an der Friedrichstraße feiern. Unter dem Motto „Zürichs Duft in der Berliner Luft“ präsentierte sich Zürich als diesjähriger Gastkanton für alle Sinne. „Die Berliner sollen sinnlich erleben, dass Zürich nicht nur eine Finanzmetropole ist“, sagte der Schweizer Botschafter Christian Blickenstorfer, der am Abend mit geladenen Gästen in der Residenz am Kanzleramt weiterfeierte.

Eine Herausforderung für den Geruchssinn waren die vier Duftzonen unter freiem Himmel, in denen Aromen von typischen Kräutern und Pflanzen der Züricher Region zerstäubt wurden. „Das riecht richtig nach Natur“, sagte Rosa Dück und stellte sich zum zweiten Mal beim Stand für die „Züri-Schnure“ an. Die Besucher steckten ihre Nasen aber auch in allerlei Duftfläschchen, um Züricher Gerüche zu schnuppern. „Schweizer Käse riecht etwas nach Schweißfüßen“, stellte Nora Pöting fest. Aber in die Schweiz will sie trotzdem. Zudem konnten die Besucher ihre Nasen mit einer elektronischen vergleichen. Die Züricher präsentierten ein Gerät, das die Inhaltsstoffe von Käse und Schokolade erkennen kann. „Ich hoffe, dass die Berliner Zürich dufte finden und uns bald besuchen kommen“, sagte die Regierungspräsidentin des Kantons Zürich, Verena Diener. „Wenn die Schweiz nicht so teuer wäre, würde ich gerne hinfahren“, grummelte eine Besucherin.

In Berlin wird der „Tag der Schweiz“ seit dem Jahr 2000 gefeiert. Von den 26 Schweizer Kantonen haben sich Tessin, Thurgau, Wallis, Basel, Bern und die Region Luzern-Zentralschweiz vorgestellt. Der Nationalfeiertag am 1. August erinnert an die Gründung der Eidgenossenschaft im Jahr 1291, als sich die ersten Kantone zusammenschlossen.

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