Berlin : Alle Obamas ausgeflogen

Der Senator speiste abends am Gendarmenmarkt Sein Großcousin aus Tiergarten fuhr in den Urlaub

Jan Oberländer

Jetzt ist er weg. Bei strahlendem Sonnenschein bestieg Barack Obama am Freitagnachmittag seine Boeing 757. Um 14.20 Uhr startete die Maschine vom Flughafen Tegel in Richtung Paris. 28 Stunden hat der Präsidentschaftskandidat in Berlin verbracht, sein Besuch verlief nach Polizeiangeben ohne Komplikationen. Mehr als 1000 Beamte, auch aus anderen Bundesländern, waren am Donnerstag im Einsatz. Am Freitag waren noch mehr als 500 zu seinem Schutz abgestellt. Am Abend zuvor war die Stimmung auf der Staße des 17. Juni friedlich geblieben, es gab nur zwei Festnahmen. Auch einige Betrunkene mussten gebändigt werden.

Nach seiner Siegessäulen-Rede am Donnerstag nahm Obama ein kurzes Bad in der Menge, bevor er zum Abendessen ins Restaurant „Borchardt“ am Gendarmenmarkt einkehrte. In dem Promi-Lokal besetzten Obama und seine rund 15-köpfige Entourage eine lange Tafel. Das Dinner dauerte etwa eine Stunde, der Kandidat nahm nur einen Rucola-Salat.

Über weitere Abendaktivitäten Obamas herrscht diskretes Schweigen. Das Hotel Adlon erteilt keine Auskunft darüber, zu welcher Stunde der Kandidat ins Hotelbett gefallen ist. Im Restaurant des Fünfsternehauses hat sich der Senator gestern früh jedenfalls nicht sehen lassen. So ist ihm zwar der Anblick des opulenten Frühstücksbuffets entgangen. Aber es gibt ja Zimmerservice. Vormittags absolvierte Obama in einer zum Sportraum umgebauten Lounge ein leichtes Training – der offizielle Fitnessraum des Adlon wird gerade renoviert. Schon am Donnerstag hatte er im Fitnessbereich eines anderen Hotels eine halbe Stunde lang Hanteln gestemmt. Strahlend und winkend verließ Obama schließlich das von Schaulustigen umlagerte Hotel am Pariser Platz. Ein weißer Geländewagen brachte ihn zum Flughafen.

Für eines hatte Obama während seines Berlin-Aufenthalts keine Zeit: Für Verwandtenbesuche. Dabei lebt nach Informationen von „Spiegel TV“ ein Großcousin des Kandidaten in Berlin. Es handelt sich um den 41-jährigen Informatiker Ekiri Obama aus Tiergarten. Ekiris und Baracks Großväter sollen Brüder gewesen sein. Als Baracks Opa als Missionarsschüler von Äquatorialguinea nach Kenia ging, sollen sich ihre Wege getrennt haben. Die beiden Familien haben keinen Kontakt. Ekiri Obama hat einen deutschen Pass und lebt seit 16 Jahren in Berlin. Ein Treffen mit dem Kandidaten wäre für Ekiri ein „Traum“ gewesen, auch wenn er kaum Englisch spricht. An großem Rummel ist er aber nicht interessiert: Gestern ist er mit seiner Frau und den drei Kindern in den Urlaub nach Westafrika geflogen, Verwandte besuchen. Jetzt sind wirklich keine Obamas mehr in Berlin. Jan Oberländer

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