Berlin : „Alle Parteien waren beteiligt“

Dilek Kolat (SPD) will Licht in die Affäre Tempodrom bringen

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DIE AKTUELLE FRAGE

DILEK KOLAT

sitzt für die SPD im

Abgeordnetenhaus.

Sie ist eine der drei

SPD-Mitglieder im

Tempodrom-Untersuchungsausschuss.

Foto: dpa

Welche Aufgaben stellt die SPD dem Tempodrom-Untersuchungsausschuss?

Wir haben der Einsetzung des Ausschusses zugestimmt, weil wir die gesamte Geschichte des Tempodroms durchleuchten wollen, von der Entstehung über die Planung bis zur Finanzierung. Das sind wir dem Steuerzahler schuldig, denn das Tempodrom hat zu hohen Belastungen für das Land Berlin geführt. Wir wollen außerdem klären, welche Entscheidungen auf welcher Ebene gefallen sind.

Die Opposition sieht in Stadtentwicklungssenator Peter Strieder den Schuldigen.

Das ist Strategie der Opposition, der Fall Tempodrom soll zum Fall Strieder werden. Die Geschichte des Tempodroms zeigt jedoch, dass das Tempodrom viele Väter und Mütter hat – auch CDU-Senatoren.

Die Kritik bezieht sich auch mehr auf die spätere Finanzierung.

Auch bei den späteren Entscheidungen war nicht allein Peter Strieder beteiligt. Zum Beispiel bei der Finanzierung. Da hat sich die CDU-Landesebene massiv eingeschaltet. Man darf beim Tempodrom nicht vergessen, dass die Geschichte mehrere Regierungen durchlaufen hat. Nicht nur die SPD, sondern auch CDU und Grüne waren daran beteiligt. Nicht umsonst haben wir bei unserem Einsetzungsantrag für den Untersuchungsausschuss elf Namen aufgeführt, deren Rolle wir klären wollen. Nur zwei davon sind von der SPD: Peter Strieder und Thilo Sarrazin.

Im Oktober soll bereits der Abschlussbericht vorliegen. Was werden wir Ihrer Meinung nach darin lesen können?

Ich glaube, es wird am Ende dabei herauskommen, dass das Tempodrom nicht wegen einer Partei, sondern aus einer bestimmten Zeit heraus entstanden ist. Ich habe den Eindruck, dass man damals glaubte, man könne sich den Riesenbau für das Kulturzelt leisten. Das sieht aus heutiger Perspektive natürlich ganz anders aus.

Das Gespräch führte Matthias Oloew.

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