Berlin : Alle S-Bahnen standen still – Warnstreik in Berlin Tarifverhandlungen gescheitert

Ab sofort aber Friedenspflicht

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Zwei Stunden lang fuhr gestern Abend keine einzige SBahn in Berlin. Um 18 Uhr begann ein Warnstreik der Gewerkschaft Transnet, nachdem am Nachmittag die Tarifverhandlungen mit der S-Bahn gescheitert waren. Die Züge fuhren im gesamten Netz nur noch den nächsten Bahnhof an und blieben dann stehen. Erst um 20 Uhr wurde der Verkehr wieder aufgenommen. Nach Gewerkschaftsangaben beteiligten sich mehr als 500 Mitarbeiter an dem Streik.

Nach Angaben eines S-Bahn-Sprechers fielen 350 Zugfahrten aus, in denen an einem normalen Freitagabend etwa 100 000 Fahrgäste unterwegs sind. Nach seinen Angaben, die von mehreren Zeugen bestätigt wurden, blieb die Stimmung dennoch relativ ruhig. Die S-Bahn hatte nach dem Scheitern der Verhandlungen am Nachmittag vor wahrscheinlichen Streiks am Abend gewarnt. In den Zeitungen war schon am Morgen gewarnt worden, im Radio dann noch einmal am Nachmittag. Viele Menschen konnten sich deshalb auf die Behinderungen einstellen. U-Bahnen, Busse und Regionalzüge verkehrten ohne Beeinträchtigung.

Den Fahrgästen in den Zügen und auf den Bahnsteigen wurde der Streik nicht angekündigt. So berichtete ein Tagesspiegel-Leser, er sei an der Attilastraße noch in einen Zug der S 2 Richtung Lichtenrade gestiegen, um dann erst am nächsten Bahnhof Marienfelde über den zweistündigen Streik unterrichtet zu werden. Von der Attilastraße wäre er aber besser mit dem Bus weitergekommen. Ein Gewerkschaftssprecher erklärte, die Beschäftigten an den Stationen dürften keine selbständigen Durchsagen machen. Ein S-Bahn-Sprecher sagte dagegen, die Betriebsleitung können den Mitarbeitern nicht vorschreiben, solcherlei Informationen zu geben.

Bereits am Mittwochmorgen waren wegen eines Warnstreiks der S-Bahner 120 Züge ausgefallen, wovon 40 000 Fahrgäste betroffen waren. In den kommenden Tagen und Wochen darf jedoch nicht mehr gestreikt werden, da heute die so genannte Friedenspflicht begonnen hat. Transnet will sich nach eigenen Angaben daran halten. Gescheitert sind die Verhandlungen nach Gewerkschaftsangaben, weil die S-Bahn weitgehend auf ihren Kürzungsplänen bestanden hatte. Das Unternehmen bietet bei zwölfmonatiger Laufzeit im Wesentlichen eine Einmalzahlung von 550 Euro. Die wöchentliche Arbeitszeit soll von 38 auf 36 Stunden reduziert werden, der Lohn entsprechend sinken. Transnet forderte für die 4000 S-Bahner zunächst fünf Prozent mehr Lohn und Gehalt, gestern dann 3,2 Prozent. Die Verhandlungen seien von den Arbeitgebern abgebrochen worden, hieß es bei Transnet. Ha, how

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