Berlin : Alle Schulen heißen „Schule“

Verwaltung regelt Bezeichnungen neu

Susanne Vieth-Entus

Egal ob Grundschule, Gymnasium oder Oberstufenzentrum: Alle Berliner Schulen sollen künftig nur noch die Bezeichnung „Schule“ an ihren eigentlichen Namen koppeln. Dies bedeutet, dass aus der Spreewald-Grundschule die Spreewald- Schule und aus dem Schadow-Gymnasium die Schadow-Schule wird. „Der Name und das Wort ,Schule’ werden mit einem Bindestrich verbunden und mit der Schulart in einem Klammerzusatz ergänzt“, heißt es in einem Rundschreiben, das seit einigen Wochen Kopfschütteln unter Lehrern und Eltern verursacht. Jetzt hat sich der Vorsitzende der Vereinigung der Oberstudiendirektoren gegen diese „bürokratische Vorschrift“ gewandt.

„Dieses Rundschreiben ist ein klassisches Beispiel für Überregulierung“, kritisiert Harald Mier in einem Brief an Bildungssenator Klaus Böger (SPD). Mier bezweifelt, dass Böger überhaupt befugt ist, derartige Vorschriften zu machen. Schließlich stehe im Schulgesetz, dass Schulkonferenz und Bezirke über die Namensgebung entscheiden. Und zum Namen gehöre nun mal die Schultypbezeichnung dazu. Zudem könne eine derartige bindende Regelung gar nicht per einfachem Rundschreiben erlassen werden.

Unterstützung bekommt Mier vom Vorsitzenden des Landeselternausschusses. André Schindler sieht „keinen Sinn“ in der neuen Festlegung, die nur dazu diene, „Bürokraten zu beschäftigen“.

Die Schulverwaltung begründet die Neuregelung mit dem Wunsch nach einer „einheitlichen Handhabung“. Dies sei notwendig geworden, nachdem im neuen Schulgesetz der bisherige Begriff „Oberschule“ weggefallen sei. Man werde Miers Einwände aber prüfen und ihm antworten, sagt Bögers Sprecher Kenneth Frisse.

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