Berlin : Alle waren dafür: Lottogelder für das Tempodrom

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Die Berliner Lottostiftung war für das Tempodrom von Anfang an eine tragende Säule, wenn es um die Finanzierung des Neubaus am Anhalter Bahnhof ging. Als der Beirat der Klassenlotterie am 9. Juli 2001 einstimmig einen Zuschuss von 1,02 Millionen Euro freigab, folgte er damit nur einem Grundsatzbeschluss von 1998. Damals wurden dem Tempodrom insgesamt 3,07 Millionen Euro zugesprochen und in zwei Raten – 2000 und 2001 – ausgezahlt.

Der SPDFraktionschef Michael Müller, der 2001 in den Beirat kam, erzählte dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur Tempodromaffäre am Freitag noch einmal die Geschichte der Lottoförderung. Er sprach dabei auch für den ehemaligen CDU-Fraktionschef Frank Steffel, der gestern auf Auslandsreise war und deshalb nicht aussagen konnte. Dass Steffel, der auch im Lottobeirat saß, den Millionen für das Tempodrom ebenfalls zugestimmt hatte, wunderte Müller nicht. „2001 gab es doch einen breiten, parteiübergreifenden Konsens in der Stadt für die Erhaltung des Tempodroms.“ Schon Steffels Amtsvorgänger Dankward Buwitt habe im Beirat der Lottostiftung der Förderung des Tempodroms 1998 und 2000 zugestimmt. Erst als die Stiftung „Neues Tempodrom“ im August 2001 einen Lottoantrag über weitere 6,1 Millionen Euro stellte, stellte der Beirat die Entscheidung darüber zurück.

Die beantragte Summe musste auf 2,04 Millionen Euro zurückgeschraubt werden, die im Oktober 2001 bewilligt wurden. Wiederum einstimmig. Müller hält die Lottofinanzierung des Tempodroms heute noch für richtig; angesichts der drohenden Bauruine und der hohen Landesbürgschaft. Eine „romantische Beziehung“ habe er zum Tempodrom aber nie gehabt, sagte Müller. Im alten Zelt sei er nie gewesen und im neuen „attraktiven Bau“ auch nur einmal. za

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