Berlin : „Alle waren hoch zufrieden“

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Wie gut die neue ambulante Rehabilitation nach Krebs in der Praxis greift, ist jetzt Gegenstand einer Studie am Institut für Medizinische Psychologie der Uni Hamburg. Sie bezieht auch die Daten aus Berlin ein. Die Ergebnisse werden erst 2007 vorliegen, aber Studienleiter Uwe Koch berichtet für den Tagesspiegel schon mal vorab; mit ihm sprach Adelheid MüllerLissner.

Herr Koch, wirkt die Reha ohne Verreisen?

Die ambulante Reha ist deutlich billiger, ob sie auch sinnvoll ist, wurde in der Szene anfangs mit großer Aufgeregtheit diskutiert. Doch jetzt zeigt sich: Alle Gruppen, die wir untersucht haben, waren hochzufrieden mit therapeutischem Angebot und Organisation. Hinsichtlich des körperlichen und seelischen Wohlbefindens sind die Effekte der stationären und der ambulanten Reha vergleichbar, alle Teilnehmer haben profitiert.

Unterscheiden sich die ambulanten und die stationären Patienten?

Die ambulanten Patienten haben sich häufiger selbst für die Art der Maßnahme entschieden, haben sich das eher selbst erkämpft. In eine stationäre Reha kommt man dagegen häufiger durch ärztlichen Rat. Die ambulanten Patienten sind im Schnitt etwas jünger und stehen häufiger im Arbeitsleben. Die stationären Patienten erhoffen sich von der Reha in größerem Ausmaß, Abstand, Ruhe und Zeit für sich.

Bringt es nicht eher mehr Stress, jeden Tag zu pendeln?

Das kann man nicht pauschal sagen. Was man sagen kann: Es belastet Patienten stärker, wenn zwischen den Behandlungen Leerlauf entsteht. Außerdem ist besonders für Frauen der Erholungseffekt kleiner, wenn sie abends familiär eingebunden sind.

Weiß man schon, für wen welche Reha gut ist?

Bisher ist die ambulante Form ja sowieso nur für Menschen in Ballungsgebieten möglich. Sie eröffnet auf jeden Fall weiteren Zielgruppen die Möglichkeit, eine Reha zu machen.

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